Zwei Blutdrucksenker nimmt der typische Herz-Patient jeden Tag. Dazu einen Blutverdünner, ein Mittel zum Senken des Cholesterinwertes und zwei Tabletten gegen den Diabetes. Das Besondere an diesen Tabletten: Sie sind, da es sich um Generika handelt, sehr günstig.
Gerade mal 20 Cent erhalten Generika-Hersteller für die 6 Tabletten, die ein Herz-Kreislauf-Patient pro Tag benötigt.
Große Mengen zu geringen Kosten – so lautet seit jeher das Versprechen der Generika-Hersteller. Doch seit ein paar Jahren hat es sich gewandelt, ist vom Versprechen zum Dogma geworden. Ein Dogma, das eine gefährliche Entwicklung in Gang gesetzt hat.
Immer mehr Versorgung für immer weniger Geld – wie lange geht das gut?
Seit Jahren zeigt sich in der Arzneimittelversorgung eine eindeutige Tendenz. Generika-Hersteller stellen immer größere Anteile der Versorgung bereit, erhalten dafür aber immer weniger Geld. Das betrifft vor allem die Arzneimittel, die wir im Kampf gegen die großen Volkskrankheiten benötigen.
Hier ist der Kostendruck besonders hoch. Nur wer den Krankenkassen großen Mengen an Arzneimitteln zu besonders hohen Rabatten bietet, hat überhaupt eine Chance, an der Versorgung teilnehmen zu dürfen.
Eine Entwicklung, die Folgen hat. So zeigt die Pro Generika-Wirkstoffstudie aus dem Jahr 2020, wie sich die Produktion der benötigten Wirkstoffe immer weiter nach Asien verlagert hat. China und Indien werden immer relevanter – vor allem für großvolumige Wirkstoffe, wie eben die Wirkstoffe zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.