Großteil der Versorgung für Bruchteil der Kosten
Während der Anteil von Generika an der Versorgung ständig steigt, sinkt ihr Anteil an den Kosten. Das steigert das Risiko für Lieferengpässe.

Während der Anteil von Generika an der Versorgung ständig steigt, sinkt ihr Anteil an den Kosten. Das steigert das Risiko für Lieferengpässe.
Immer mehr Patientinnen und Patienten werden mit Generika versorgt, doch die Krankenkassen geben immer weniger dafür aus. Nie war der Anteil der Ausgaben, der auf die Grundversorgung entfällt, so niedrig wie im vergangenen Jahr. Und das hat Folgen: Lieferengpässe und Versorgungsengpässe bedrohen das deutsche Gesundheitssystem.
Der Großteil der Medikamente, den Patientinnen und Patienten in Deutschland Tag für Tag einnehmen, sind Generika. Immer mehr werden verordnet. Die Marktdaten des Jahres 2025 zeigen: Die günstigen Nachfolgepräparte ehemals patentgeschützter Arzneimittel machen 81 Prozent der Versorgung aus.
Doch obwohl immer mehr Menschen mit Generika versorgt werden, sank der Generika-Anteil in diesem Jahr auf bloß noch 6 Prozent.
Dieser Kostendruck führt zur Abwanderung der Produktion, einer dramatischen Marktverengung — und gefährdet so die Gesundheitsversorgung.

Blickt man darauf, wie sich das Verhältnis zwischen Versorgungs- und Kostenanteil entwickelt hat, sieht man eine Schere, die sich beständig weiter öffnet. Noch vor elf Jahren stellten Generika nur 77 Prozent der Versorgung dar – und vereinten dafür 9 Prozent der Kosten auf sich. Heute sehen wir ein krasses Missverhältnis zwischen den Zahlen und stehen vor der Frage: Wie lange geht das gut?
Generika versprechen Gesundheit für alle. Sobald sie auf den Markt gelangen, entsteht Wettbewerb und die Preise sinken. So wird es möglich, dass alle Patientinnen und Patienten in Deutschland die Behandlung erhalten, die sie benötigen – und diese für das Gesundheitssystem auch bezahlbar ist.
Gleichzeitig aber ist der Kostendruck auf Generika in den letzten Jahren so massiv gestiegen, dass es immer wieder zu Lieferengpässen gekommen ist. Lieferengpässe, die sich teilweise zu Versorgungsengpässen ausweiten und sogar lebenswichtige Krebs-Medikamente wie Tamoxifen betreffen.
Zum Hintergrund: Um die Kosten weiter zu senken, hat die Gesundheitspolitik wirksame Instrumente eingeführt. So müssen die Arzneimittel-Unternehmen den Krankenkassen fest geschriebene Herstellerrabatte gewähren. Festbeträge markieren Höchstbeträge, die Arzneimittelhersteller für ihre Medikamente von den Krankenkassen erhalten. Vor allem aber die Rabattverträge, die die Krankenkassen mit den Herstellern abschließen, drücken die Kosten zusätzlich – denn hier müssen die Hersteller Rabatt bieten, um den Zuschlag zu erhalten.
Wie aber kann es sein, dass Unternehmen derart hohe Rabatte bieten – und welche Konsequenzen hat das für die Stabilität der Versorgung? Die Antwort liegt im Wesen der Arzneimittelausschreibungen, die nur gewinnen kann, wer den günstigsten Preis bietet.

„Im aktuellen System entscheidet allein der Preis. Ich muss der billigste sein, wenn ich den Zuschlag bekommen will."
Weil Generika stets günstiger werden mussten, werden immer mehr in Asien produziert. Zwei Drittel unserer Wirkstoffe kommen bereits aus China und Indien – in Lieferketten, die sich über den gesamten Globus erstrecken und die der Kostendruck in den vergangenen Jahren immer instabiler hat werden lassen.
Zudem beobachten wir bei vielen Wirkstoffen eine gravierende Marktverengung: Diese entsteht immer dann, wenn die Produktion für die Hersteller nicht mehr wirtschaftlich ist und immer mehr von ihnen gezwungen sind, sich aus der Versorgung zurückziehen. Wenn es weniger Hersteller gibt, bedeutet das, dass Lieferengpässe wahrscheinlicher werden. Denn fällt ein Hersteller etwa wegen eines Produktionsfehlers oder Erdbebens aus, kann kein anderer einspringen. Der Effekt der zunehmenden Marktverengung ist derzeit bei den unterschiedlichsten Arzneimitteln zu beobachten.
Um diesen Prozess zu stoppen oder gar umzukehren, braucht es Anreize für die Unternehmen. Diese allein verhindern, dass noch mehr Hersteller aus der Produktion von versorgungskritischen Arzeimitteln aussteigen. Nur so kann erreicht werden, dass neue zurückkommen.
Wie diese Anreize aussehen und die Versorgung mit wichtigen Medikamenten stabilisieren könnte – dazu hat Pro Generika einen Vorschlag gemacht. Vorgelegt wurde ein Masterplan, der gezielt Engpässe angeht und kommende verhindert.
Krebsmittel, Antibiotika, Antidepressiva: Seit Jahren kommt es in Deutschland immer wieder zu Engpässen. Was nun zu tun ist und wie unsere Gesundheitsversorgung resilienter wird, zeigt der Masterplan für eine stabile Versorgung.

Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von reCAPTCHA. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen