Zahl des Monats  3 Monate  Febru­ar 2021 

Nur 3 Mona­te nach­dem sie ihre Arz­nei­mit­tel­stra­te­gie vor­ge­stellt hat, star­tet die EU-Kom­mis­si­on den Phar­ma­dia­log. Ganz oben auf der Agen­da: Wie kön­nen Pro­duk­ti­on und Lie­fer­ket­ten wider­stands­fä­hi­ger werden?

Die EU-Kom­mis­si­on will offen­bar schnell gegen Lie­fer­eng­päs­se vorgehen

Schon im Febru­ar star­tet die EU-Kom­mis­si­on den Phar­ma-Dia­log, den sie in ihrer Arz­nei­mit­tel­stra­te­gie Ende Novem­ber ange­kün­digt hat­te. Ganz oben auf der Agen­da: Wie kön­nen Pro­duk­ti­on und Lie­fer­ket­ten wider­stands­fä­hi­ger wer­den? Das hohe Tem­po und die hoch­ran­gi­ge Beset­zung des Tref­fens zei­gen: Ver­sor­gungs­si­cher­heit hat Priorität.

  • Am 25. Novem­ber 2020 hat die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on ihre Arz­nei­mit­tel­stra­te­gie vorgestellt. 
  • Sie ist ein wesent­li­cher Eck­pfei­ler der euro­päi­schen Gesund­heits­po­li­tik der kom­men­den Jahre. 
  • Die Kom­mis­si­on ver­folgt das Ziel, die Arz­nei­mit­tel-Ver­sor­gung nach­hal­tig zu sichern und ver­läss­li­cher zu machen.

Pan­de­mie hat Labi­li­tät der Lie­fer­ket­ten gezeigt

Die Pan­de­mie hat uns ein­drück­lich bewie­sen, wie abhän­gig Euro­pa auch bei kri­ti­schen Arz­nei­mit­teln von Dritt­län­dern ist und wel­chen Belas­tun­gen glo­ba­le Lie­fer­ket­ten aus­ge­setzt sind. Erst kürz­lich hat die Pro Gene­ri­ka-Wirk­stoff­stu­die gezeigt, dass zwei Drit­tel der für die Wirk­stoff­pro­duk­ti­on not­wen­di­gen Zulas­sun­gen in Asi­en gehal­ten werden.

In Rekord­tem­po hat die EU-Kom­mis­si­on den ange­kün­dig­ten Phar­ma­dia­log ange­sto­ßen und den heu­ti­gen Ter­min initi­iert, bei dem – neben Behör­den, phar­ma­zeu­ti­scher Indus­trie und ande­ren Betei­lig­ten – auch die Kom­mis­sa­re Stel­la Kyria­ki­des (Gesund­heit) und Thier­ry Bre­ton (Bin­nen­markt) dabei sind. Offen­bar will die Kom­mis­si­on zügig ange­hen, was die deut­sche EU-Rats­prä­si­dent­schaft auf die Agen­da gesetzt hat­te – näm­lich die Stär­kung von Pro­duk­ti­on und Lie­fer­ket­ten zuguns­ten von mehr Versorgungssicherheit.

Die Aus­schrei­bun­gen müs­sen ver­än­dert werden

Die­ses Ziel ist nur zu errei­chen, wenn man das Sys­tem der Aus­schrei­bun­gen ver­än­dert. Bei der Ver­ga­be darf es nicht mehr nur um den güns­tigs­ten Preis gehen. Auch Maß­nah­men für robus­te­re Lie­fer­ket­ten müs­sen berück­sich­tigt wer­den. Das kann eine zwei­te Wirk­stoff­quel­le sein, ein euro­päi­scher Wirk­stoff­her­stel­ler oder die Diver­si­fi­zie­rung der Zulie­fe­rer. Auch dür­fen Exklu­siv-Ver­trä­ge nicht län­ger mög­lich sein, denn sie begüns­ti­gen Engpässe.

Auch Deutsch­land muss jetzt handeln

Das Tem­po, mit dem die EU-Kom­mis­si­on den Phar­ma-Dia­log initi­iert hat, zeigt: Sie hat ver­stan­den, wie wich­tig es ist, end­lich kon­kre­te Maß­nah­men zu ergrei­fen. Den­noch darf sich Deutsch­land nicht rein auf Euro­pa ver­las­sen. Einen guten Teil der Lösun­gen kön­nen wir natio­nal ange­hen – und zwar jetzt.

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