Zahl des Monats  >1 Juli 2020 

Auf der Agen­da der deut­schen EU-Rats­prä­si­dent­schaft steht die Stär­kung der Wirk­stoff­pro­duk­ti­on in Euro­pa. Ziel dahin­ter ist eine höhe­re Ver­sor­gungs­si­cher­heit für Patienten. 

Eine sol­che aber ist nicht allein durch mehr „Made in Euro­pa“ zu erlan­gen. Sie ist vor allem zu haben, wenn bei den Beschaf­fungs­ent­schei­dun­gen von Kli­ni­ken und Kran­ken­kas­sen nicht nur ein ein­zi­ges Kri­te­ri­um zählt: der Preis.

  • Für mehr Ver­sor­gungs­si­cher­heit ist nicht nur die Wirk­stoff­pro­duk­ti­on ent­schei­dend, son­dern auch die Her­stel­lung von Fer­tig­arz­nei­mit­teln. In bei­den Fäl­len dür­fen euro­päi­sche Unter­neh­men kei­nen Wett­be­werbs­nach­teil haben.
  • Bestre­bun­gen für mehr Lie­fer­si­cher­heit kos­ten Geld. Wer für robus­te­re Lie­fer­ket­ten eine zwei­te Wirk­stoff­quel­le unter Ver­trag nimmt, soll­te das hono­riert bekommen.
  • Hohe Stan­dards z.B. bei Umwelt und Arbeits­schutz sind teu­er. Nicht nur euro­päi­sche Wer­ke erfül­len sie trotz­dem. Das muss bei der Zuschlags­ent­schei­dung einen Wert darstellen.

Eine stär­ke­re Unab­hän­gig­keit Euro­pas bei der Pro­duk­ti­on sowohl von Wirk­stof­fen als auch von Fer­tig­arz­nei­mit­teln ist ein gutes und wich­ti­ges Ziel. Bei­des muss sich auch hier­zu­lan­de rech­nen. Gleich­zei­tig gilt es, die glo­ba­len Lie­fer­ket­ten robus­ter zu gestal­ten. Und mehr Kri­te­ri­en bei der Beschaf­fung anzu­le­gen, als ein­fach nur den güns­tigs­ten Preis.

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