Zahl des Monats  <6 Sep­tem­ber 2019 

Unre­gel­mä­ßig­kei­ten bei den Rabatt­ver­trä­gen: Immer mehr Gene­ri­ka-Her­stel­ler berich­ten, dass sie in den Aus­schrei­bun­gen der Kran­ken­kas­sen nicht die gesetz­lich vor­ge­se­he­ne Zeit für Pla­nung und Pro­duk­ti­on haben. 

Ins­ge­samt sechs Mona­te müs­sen sie laut § 130a Abs.8 SGB V zwi­schen dem Zeit­punkt, an dem sie über den beab­sich­tig­ten Zuschlag infor­miert wer­den und dem, ab dem sie lie­fern müs­sen, haben. Offen­bar kamen in der Ver­gan­gen­heit Fir­men immer wie­der in die Lage, dass ihnen die­ser Zeit­raum sei­tens der Kran­ken­kas­sen nicht gewährt wur­de. Das Problem:

  • Eini­ge Kran­ken­kas­sen for­dern die Unter­neh­men auf, schon vor Ablauf der sechs Mona­te zu liefern.
  • Außer­dem kam es vor, dass sich die Kas­sen nach der Frist teil­wei­se sehr lan­ge Zeit lie­ßen, bis der Zuschlag erteilt wur­de. So ver­kürzt sich der Zeit­raum von Zuschlag bis Vertragsstart.
  • Die sechs Mona­te sind aber für die Unter­neh­men drin­gend not­wen­dig, um ihre Pro­duk­ti­on nicht nur zu pla­nen, son­dern auch über­haupt gewähr­leis­ten zu können.

Zum Hin­ter­grund: Die Rabatt­ver­trä­ge wer­den stets zwi­schen Kran­ken­kas­sen und Her­stel­ler geschlos­sen. Erhält ein Unter­neh­men den Zuschlag, ist es für die Dau­er von zwei Jah­ren für die Ver­sor­gung der Pati­en­ten einer bestimm­ten Kran­ken­kas­se ver­ant­wort­lich. Wird der Rabatt­ver­trag im Exklu­siv-Modell geschlos­sen, erhält also nur ein Unter­neh­men den Ver­sor­gungs­auf­trag, ist es sogar für die Ver­sor­gung ALLER Pati­en­ten die­ser Kas­se mit die­sem Wirk­stoff ver­ant­wort­lich. Das sind bei man­chen Kas­sen meh­re­re Mil­lio­nen Mitglieder.

Dabei kann den Unter­neh­men nie­mand vor­ab eine ver­läss­li­che Men­ge nen­nen, die sie pro­du­zie­ren müs­sen. Grund: Nie­mand kann vor­her­sa­gen ist, wie vie­le Pati­en­ten erkran­ken bzw. wie vie­le von ihrem Arzt auch genau das Medi­ka­ment ver­schrie­ben bekom­men. Anders­her­um gibt es auch kei­ne garan­tier­te Mindestabnahme.

Das Unter­neh­men muss folg­lich sehr genau pla­nen, wie vie­le Medi­ka­men­te es pro­du­zie­ren muss. Und es muss im Zwei­fel inner­halb kur­zer Zeit sehr gro­ße Men­gen her­stel­len, damit die­se zum Ver­trags­start auch bereit­ste­hen. Eine Frist von sechs Mona­ten ist des­halb nicht nur gesetz­lich vor­ge­schrie­ben – sie ist auch schlicht­weg für die Pro­duk­ti­on und damit für die siche­re Ver­sor­gung nötig.

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