Zahl des Monats  3/4 Janu­ar 2022 

Gene­ri­ka schaf­fen, dass Mil­lio­nen Men­schen ver­sorgt wer­den kön­nen – weil sie Arz­nei­mit­tel bezahl­bar machen und Kos­ten mas­siv sen­ken. Bei den meis­ten Gene­ri­ka auf drei Vier­tel des Preises.

Gene­ri­ka machen Ver­sor­gung bezahl­bar: Vie­le Prei­se sin­ken nach Patent­ab­lauf um drei Vier­tel und mehr

Läuft ein Arz­nei­mit­tel aus dem Patent, kön­nen Gene­ri­ka auf den Markt kom­men: Der Wett­be­werb beginnt, in der Regel sin­ken die Prei­se. Und zwar mas­siv – wie eine neue Ana­ly­se des IGES Insti­tuts für Pro Gene­ri­ka zeigt.

Prei­se und Kos­ten sin­ken – gene­ri­sche Markt­an­tei­le steigen

Unter­sucht wur­den Gene­ri­ka, die mit einem Patent­ab­lauf zwi­schen Mai 2017 bis Juni 2019 auf den Markt kamen. Die Ana­ly­se macht bei Wirk­stof­fen mit inten­si­vem Gene­ri­ka­wett­be­werb* vor allem zwei Din­ge deutlich:

  • Beträcht­li­che Preis­re­duk­ti­on:  Nach Ablauf von zwei Jah­ren waren Gene­ri­ka um fast drei Vier­tel (72,9 Pro­zent) güns­ti­ger, als es das jewei­li­ge Ori­gi­nal­prä­pa­rat einen Monat vor Patent­ab­lauf gewe­sen war.
  • Mas­si­ve Markt­durch­drin­gung: Nach Ablauf von zwei Jah­ren hat­ten Gene­ri­ka die Ori­gi­nal­prä­pa­ra­te in der Ver­sor­gung fast abge­löst. Der gene­ri­sche Markt­an­teil lag im Schnitt bei 95,8 Prozent.

Rabat­te drü­cken die Prei­se noch zusätzlich

Der in den Preis­lis­ten geführ­te Preis ist der soge­nann­te Her­stel­ler­ab­ga­be­preis. Die Rabat­te aber, die die Her­stel­ler den Kran­ken­kas­sen mit den Rabatt­ver­trä­gen zusätz­lich gewäh­ren, sen­ken die­sen Preis noch wei­ter ab. Wie hoch die­se Rabat­te sind, ist Bestand­teil der Ver­trä­ge und wird nicht ver­öf­fent­licht. Im Herbst ver­gan­ge­nen Jah­res aber wur­de bekannt, dass ein Her­stel­ler der AOK einen Rabatt von 99 Pro­zent gebo­ten hat­te. Eine Höhe, die nach Ansicht von Bran­chen­ken­nern, nicht unge­wöhn­lich ist.

Die Säu­le bei der Behand­lung von Volks­krank­hei­ten

Gene­ri­ka sor­gen dafür, dass ehe­mals patent­ge­schütz­te Wirk­stof­fe mit Ablauf des Paten­tes deut­lich güns­ti­ger wer­den. Auf die­se Wei­se sen­ken Gene­ri­ka die Arz­nei­mit­tel­aus­ga­ben der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen und machen es mög­lich, dass Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten in Deutsch­land genau die The­ra­pie erhal­ten kön­nen, die sie gera­de brau­chen. Gene­ri­ka sind in den meis­ten Indi­ka­tio­nen ver­füg­bar und bil­den eine wich­ti­ge Säu­le bei der Behand­lung der gro­ßen Volks­lei­den wie Krebs, Dia­be­tes oder Bluthochdruck.

* Gemäß der hier ver­wen­de­ten Defi­ni­ti­on besteht ein aus­ge­präg­ter Gene­ri­ka­wett­be­werb bei einem gene­ri­schen Markt­an­teil von >85 % (DDD) am Ende des zwei­ten Jah­res nach Launch. Im Ana­ly­se­zeit­raum Mai 2017 bis Juni 2019 wur­den neun Wirk­stof­fe bzw. Wirk­stoff­kom­bi­na­tio­nen die­ser Grup­pe zugeordnet.

Quel­le: IGES Insti­tut: Ana­ly­se des Gene­ri­ka­wett­be­werbs (2005 bis 2021): 5. Aktua­li­sie­rung der Ana­ly­se aus dem Jahr 2011 im Auf­trag von Pro Generika

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