Zahl des Monats  10.000 km  April 2021 

Rund 10.000 km legen vie­le gene­ri­sche Arz­nei­mit­tel von der Pro­duk­ti­on bis zur Apo­the­ke zurück. Dabei kann viel schief­ge­hen. Damit die Ver­sor­gung den­noch sicher bleibt, braucht es stär­ke­re Lieferketten.

10.000 km: So wer­den lan­ge Arz­nei­mit­tel-Lie­fer­ket­ten stabiler!

Gene­ri­ka legen oft 10.000 Kilo­me­ter zurück, bevor sie in unse­re Apo­the­ken gelan­gen. Die hoch­kom­ple­xen Lie­fer­ket­ten haben vie­le Soll­bruch­stel­len. Sie abzu­si­chern ist mög­lich, doch das ver­ur­sacht höhe­re Kos­ten. Kos­ten, die die Her­stel­ler von den Kran­ken­kas­sen der­zeit nicht erstat­tet bekommen.

  • Pro­duk­ti­ons­un­fäl­le, Natur­ka­ta­stro­phen und poli­ti­sche Maß­nah­men (z.B. Export­stopps) sind nur ein Teil der Ereig­nis­se, die eine Lie­fer­ket­te abrei­ßen las­sen können.
  • Deren neur­al­gi­sche Punk­te sind bekannt und Her­stel­ler könn­ten sie sta­bi­li­sie­ren – etwa durch eine zwei­te Wirk­stoff­quel­le in einer ande­ren Welt­re­gi­on oder mehr Pro­duk­ti­on in Europa.
  • Das aber erhöht die Kos­ten — und mini­miert die Chan­cen für ein Unter­neh­men, in einer Aus­schrei­bung den Zuschlag zu bekom­men und an der Ver­sor­gung über­haupt teil­neh­men zu können.

Es gilt, das Klum­pen­ri­si­ko zu redu­zie­ren

Roh- und Wirk­stof­fe eines Gene­ri­kums wer­den zu einem gro­ßen Teil in Asi­en her­ge­stellt. Die Roh­stof­fe für ein Gene­ri­kum stam­men meist aus dem Bin­nen­land Chi­nas. Wirk­stoff und Fer­tig­arz­nei­mit­tel wer­den in ver­schie­de­nen Fabri­ken Indi­ens pro­du­ziert. Dass die­se Pro­duk­ti­ons­schrit­te der­zeit fast durch­weg in den bei­den asia­ti­schen Län­dern statt­fin­den, kann zum Pro­blem wer­den: Denn kommt es zum Zwi­schen­fall, gibt es welt­weit kaum wei­te­re Stät­ten, die den Pro­duk­ti­ons­aus­fall aus­glei­chen könnten.

Resi­li­en­te­re Lie­fer­ket­ten sind mög­lich – aber teurer

Euro­pas Abhän­gig­keit von eini­gen weni­gen Her­stel­lern in Asi­en ist eine Fol­ge des Kos­ten­drucks auf Gene­ri­ka. Her­stel­ler könn­ten die­se abmil­dern – indem sie eine zwei­te (meist teu­re­re) Wirk­stoff­quel­le akti­vie­ren oder das Fer­tig­arz­nei­mit­tel in einer zwei­ten Fabrik pro­du­zie­ren. Das aber ist nur bedingt mög­lich. Denn wer in Aus­schrei­bun­gen nicht den güns­tigs­ten Preis bie­tet, hat auf den Zuschlag kei­ne Chan­ce – und muss das Feld dem über­las­sen, der bil­li­ger ist.

Neue Spiel­re­geln sind nötig

Vie­le Jah­re lang ging es der Poli­tik vor allem ums Kos­ten­spa­ren. Jetzt muss es ihr um Ver­sor­gungs­si­cher­heit gehen. Sie muss die Spiel­re­geln defi­nie­ren, nach denen die Kas­sen aus­schrei­ben und die Her­stel­ler pro­du­zie­ren. Nicht zuletzt als Leh­re aus der Pan­de­mie, die gezeigt hat, was sta­bi­le Ver­sor­gung wert ist.

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