Zahl des Monats

April 2018

3,4 Milliarden Euro Preisnachlass haben Generikaunternehmen Krankenkassen 2017 gewährt – ein neuer Rekordwert!

Insbesondere im Vergleich mit zwei anderen beeindruckenden Zahlen: Nur 22 % des Arzneimittelumsatzes in der Gesetzlichen Krankenversicherung entfallen auf Generika – bei einem Versorgungsanteil der täglich benötigten Arzneimittel von 78 %.

  • 3,4 Milliarden Euro hat die GKV 2017 durch Rabattverträge von Generikaunternehmen als Preisnachlass erhalten.
  • Von 21,8 Milliarden Euro Arzneimittelausgaben 2017 entfallen trotz hohem Versorgungsanteil damit nur 2,0 Milliarden. Euro (9,2 %) auf Generika.
  • Seit 2015 kostet eine Tagestherapiedosis eines Generikums durchschnittlich 16 Cent pro Tag. Von diesen blieben 2017 de facto nach Abzug aller Rabatte nur noch 6 Cent für den Hersteller übrig.

Die immer weiter sinkenden Ausgaben für Generika sind jedoch endlich und bei gleichbleibendem Trend können sie eine Gefährdung für die Versorgung sein. Daher sollte eine offene, sachliche Diskussion über die Nachhaltigkeit in der Arzneimittelversorgung angestoßen werden. Was sind die Erwartungen der Gesellschaft an die Arzneimittelversorgung und was ist sie bereit, dafür aufzuwenden? Für eine faktenbasierte Debatte hat Pro Generika Zahlen, Daten und Fakten in der Analyse des Arzneimitteljahres 2017 zusammengetragen. Die Broschüre „Generika in Zahlen“ zeigt auf anschauliche Art und Weise, wo der Schuh drückt.

Zum Beispiel bei der Gestaltung von Rabattverträgen: Auch in 2017 schrieben Krankenkassen knapp 50 % ihrer Rabattvertragsausschreibungen mit nur einem Hersteller aus. Das Problem bei dieser sogenannten Einfachvergabe ist, dass bei einem Lieferausfall kein anderes Unternehmen kurzfristig einspringen kann. Daher fungiert besonders diese Art von Rabattverträgen wie Brandbeschleuniger.

Mit unserer Publikation “Generika in Zahlen 2017“ wollen wir einen konstruktiven Beitrag zur Zukunft der Arzneimittelversorgung in Deutschland leisten. https://www.progenerika.de/publikationen/

Zahl des Monats April: 3,4 Mrd. Euro
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