
Eine stabile Medikamentenversorgung ist auch eine Frage der Sicherheit: Wie können wir resilientere Lieferketten schaffen, die Produktion von Arzneimitteln in Europa stärken – und so unabhängiger von China werden? Das wollten wir von sechs Experten aus Industrie, Politik, Wissenschaft und der Bundeswehr wissen. Einigkeit besteht vor allem in einem Punkt: Die Lage ist ernst – und die Zeitenwende erfordert schnelles, entschiedenes Handeln. Die wichtigsten Statements im Überblick.
Die Bundeswehr sieht Oberstapotheker Dr. Bernd Klaubert im Gegensatz zum zivilen Bereich schon gut gerüstet. Warum? Weil er bei der Beschaffung von Medikamenten nicht an Rabattverträge gebunden ist und auf mehrere Zulieferer und resiliente Lieferketten setzen kann.

Dr. Markus Felgenhauer hat den internationalen und globalen Vergleich. Der CEO von Qyobo verfolgt mit seinem Unternehmen Lieferketten von Wirkstoffen und Arzneimitteln und macht diese sichtbar. Er berät unter anderem die amerikanische Regierung, wie sie unabhängier werden kann.

Hohe Auflagen, hoher Kostendruck und damit immer weniger Wettbewerbsfähigkeit – Andreas Burkhardt von Teva Deutschland produziert Arzneimittel in Europa. Noch. Die Abhängigkeit von China und die instabile Versorgungslage sind für ihn Konsequenzen des Gesundheitssystems der letzten Jahre.

Notwendigkeit zum schnellen – und konzertiert-europäischen – Handeln sieht Heiko Rottmann-Großner. Er ist Leiter der Abteilung Z „Zentralabteilung Europa und Internationales“ im BMG und hat dort zuvor die Abteilung „Gesundheitssicherheit“ verantwortet.

Björn Stahlhut ist Oberst der Reserve, Experte für gesundheitlichen Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung und Strategic Advisor Security des CPM-Verlags. Für ihn ist eine funktionierende Gesundheitspolitik unabdingbar für unsere Demokratie.

Dr. Stephan Pilsinger kennt die Theorie – und die Praxis. Als Mitglied der Deutschen Bundestages für die CDU/CSU und praktizierender Hausarzt ist er tagtäglich mit Fragen der Gesundheitsversorgung befasst. System und Standort müssen für Generikahersteller wieder attraktiver werden, fordert er.

Ein Gastbeitrag von Björn Stahlhut, Experte Gesundheitlicher Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung der Bundeswehr, über den aktuellen Zustand unserer Arzneimittelversorgung und weshalb dieser ein Sicherheitsrisiko ist.

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