
Ein kleiner Preissprung von nur 67 Cent pro Flasche reichte aus, um die Arzneimittelversorgung zu stabilisieren. In der Erkältungssaison 2025/26 ist die Zahl der Engpässe bei Kinderarzneimitteln massiv zurückgegangen. Dies war das Ergebnis des Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetzes (ALBVVG), das finanzielle Anreize für Hersteller schafft, in die Resilienz ihrer Lieferketten zu investieren.
Dank der Preiserhöhung konnten Hersteller von Kinderarzneimitteln in zusätzliche Wirkstoffbestände, neue Lieferanten für Flaschen und Packmittel sowie in zusätzliche Abfüllkapazitäten investieren. Josip Mestrovic, Geschäftsführer von Zentiva-Deutschland, erklärt:

Geschäftsführer von Zentiva-Deutschland
Während sich die Lage bei Kinderarzneimitteln entspannte, bleibt die Grundversorgung insgesamt fragil. Bei versorgungskritischen Wirkstoffen – darunter Antibiotika, Diabetesmedikamente oder Krebsmittel – ist die Zahl der Engpässe zuletzt weiter gestiegen. Der Grund: Die beim ALBVVG angewendete Anreizlogik wurde nur punktuell umgesetzt.
Es ist deshalb Zeit, die Mechanismen der Kinderarzenimittel auf andere Generika zu übertragen. Pro Generika hat dafür einen Masterplan für Versorgungssicherheit entwickelt. Ziel des Plans: Die positiven Effekte von gezielten Marktanreizen von den Kinderarzneimitteln auf sämtliche versorgungskritische Arzneimittel auszudehnen – von Antibiotika bis Krebsmedikamente.
Der Masterplan auf einen Blick finden Sie hier zum Download.
„Wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen, funktioniert die Versorgung. Der Masterplan zeigt, wie wir diese Anreize auf alle Arzneimittel anwenden können,“ sagt Bork Bretthauer, Geschäftsführer von Pro Generika.
Der Masterplan von Pro Generika verfolgt einen differenzierten, risikoangepassten Ansatz, um die Versorgung langfristig zu sichern – ohne die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) unnötig zu belasten. Es geht dabei nicht um eine pauschale „Gießkanne“, sondern um gezielte Anreize, die den Herstellern helfen, auch unter schwierigen Bedingungen weiter in die Produktion zu investieren.
Der Plan orientiert sich an drei verschiedenen Versorgungslagen und definiert passende Maßnahmen für jede Phase:

Bei der desolaten Versorgungslage sind kaum noch Hersteller da, deshalb besteht ein Versorgungsmangel
Maßnahmen: Ausschluss von Rabattverträgen für 5 Jahre, Aussetzung bestehender Rabattverträge, deutliche Erhöhung der Festbeträge.
Ziel: Sofortige Bekämpfung der Engpässe und Sicherstellung der Versorgung.

Bei der wackligen Versorgungslage sind schon viele Hersteller ausgestiegen, ein Risiko für Engpässe besteht
Maßnahmen: Keine neuen Ausschreibungen, Festbetragsanpassung um 50% bis 100%, Fokus auf kritische Arzneimittel.
Ziel: Stabilisierung der Versorgung und Vermeidung von Engpässen.

Bei der angespannten Versorgungslage gibt es noch ausreichend Hersteller am Markt, das Engpass-Risiko ist gering.
Maßnahmen: Faire Risikoverteilung in Rabattverträgen zwischen Herstellern und Kassen, Flexibilisierung der Bevorratungsverpflichtungen, Anpassung von Festbeträgen und Inflationsausgleich.
Ziel: Frühzeitige Stabilisierung zur Vermeidung von Engpässen.

Geschäftsführer von Pro Generika
Die Preiserhöhung bei Fiebersäften zeigt, wie gezielte Marktanreize zu einer stabilen Arzneimittelversorgung führen können. Firmen wie Zentiva konnten diese Möglichkeit nutzen – nicht nur um in die Resilienz der Lieferkette zu investieren, sondern auch um die Grundlage für neue Produkte und alternative Lieferquellen zu schaffen. Der Erfolg dieses Modells könnte künftig auf andere Arzneimittel und Bereiche übertragen werden.
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