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Fest­be­trä­ge bezeich­nen den Höchst­be­trag, den die gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen für ein Arz­nei­mit­tel über­neh­men — und zwar unab­hän­gig vom tat­säch­li­chen Preis des Medi­ka­ments. Das heißt: Ist der Preis eines Arz­nei­mit­tels höher als der von den Kran­ken­kas­sen dafür erstat­te­te Betrag, müs­sen Pati­en­ten in der Apo­the­ke eine soge­nann­te Auf­zah­lung leis­ten. Senkt der Her­stel­ler dage­gen den Preis für sein Arz­nei­mit­tel um 30 Pro­zent unter den Fest­be­trag, ent­fällt für den Pati­en­ten die Arz­nei­mit­tel­zu­zah­lung in der Apotheke.

 

Das Fest­be­trags­sys­tem wur­de mit dem Gesund­heits­re­form­ge­setz (GRG) im Jahr 1988 ein­ge­führt, um den stei­gen­den Arz­nei­mit­tel­aus­ga­ben zu begeg­nen. Das Fest­be­trags­sys­tem ist ein rei­nes Preis­re­gu­lie­rungs­in­stru­ment, das weder eine Ver­ord­nungs­ein­schrän­kung noch einen ‑aus­schluss innehat.

 

Wer legt die Höhe der Fest­be­trä­ge fest?

 

Der GKV-Spit­zen­ver­band setzt die Fest­be­trä­ge fest, die alle 14 Tage in Über­sich­ten erstellt und dem Deut­schen Insti­tut für medi­zi­ni­sche Doku­men­ta­ti­on und Infor­ma­ti­on (DIM­DI) zur Ver­öf­fent­li­chung über­sandt wer­den. Die Auf­stel­lun­gen erhal­ten sämt­li­che Fest­be­trä­ge und die gege­be­nen­falls von den Pati­en­tIn­nen selbst zu zah­len­de Differenzbeträge.

Der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss (G‑BA) ent­schei­det über die Wirk­stoff­grup­pen, für die Fest­be­trä­ge bestimmt wer­den kön­nen. Die Fest­be­trags­grup­pen ent­hal­ten nur Wirk­stoff­na­men, aber nicht die Bezeich­nun­gen von Fertigarzneimitteln.

 

Stu­fen der Festbetragsgruppen:

 

  • Stu­fe 1: Arz­nei­mit­tel mit den­sel­ben Wirkstoffen
  • Stu­fe 2: Arz­nei­mit­tel mit phar­ma­ko­lo­gisch-the­ra­peu­tisch ver­gleich­ba­ren Wirk­stof­fen, ins­be­son­de­re mit che­misch ver­wand­ten Stoffen
  • Stu­fe 3: Arz­nei­mit­tel mit the­ra­peu­tisch ver­gleich­ba­rer Wir­kung, ins­be­son­de­re Kom­bi­na­tio­nen von Arzneimitteln

Der G‑BA berech­net die rech­ne­ri­schen mitt­le­ren Tages- oder Ein­zel­do­sen, die in die spä­te­re kon­kre­te Errech­nung der Fest­be­trä­ge einfließen.

Fest­be­trags­grup­pen müs­sen als Bestand­teil der Arz­nei­mit­tel-Richt­li­nie des G‑BA dem all­ge­mein aner­kann­ten Stand der medi­zi­ni­schen Erkennt­nis­se ent­spre­chen und daher in regel­mä­ßi­gen Zeit­ab­stän­den über­prüft wer­den. Auch die Ver­gleichs­grö­ßen wer­den regel­mä­ßig aktualisiert.

 

Nach Aktua­li­sie­rung der Ver­gleichs­grö­ßen passt der GKV-Spit­zen­ver­band in der Regel die Fest­be­trags­hö­he an.

Pati­en­ten kön­nen in der Fest­be­trags-Daten­bank des Bun­des­in­sti­tuts für Arz­nei­mit­tel und Medi­zin­pro­duk­te (BfArM) für Arz­nei­mit­tel mit Fest­be­trag Ver­gleichs­prä­pa­ra­te finden.

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