Arz­nei­mit­tel­ver­ein­ba­rung

Das Sozi­al­ge­setz­buch V (SGB V) sieht vor, dass die Lan­des­ver­bän­de der Kran­ken­kas­sen und die regio­na­len Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gun­gen jähr­lich neue Arz­nei­mit­tel­ver­ein­ba­run­gen abschlie­ßen. Ziel die­ser ver­bind­li­chen Ver­ein­ba­run­gen ist es, die ver­trags­ärzt­li­che Ver­sor­gung mit Arz­nei­mit­teln zu sichern. Dazu wer­den bestimm­te Aus­ga­be­vo­lu­men und Ver­sor­gungs- sowie Wirt­schaft­lich­keits­zie­le festgelegt.

Das Aus­ga­ben­vo­lu­men für Arz­nei­mit­tel beinhal­tet eine Schät­zung der Net­to­kos­ten inklu­si­ve der Mehr­wert­steu­er für Medi­ka­men­te, Medi­zin­pro­duk­te, Ver­band­stof­fe, ente­ra­le Ernäh­rung und Test­strei­fen, die zu Las­ten der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen ver­ord­net wer­den können.

Die­se Aspek­te bestim­men das Aus­ga­ben­vo­lu­men im Wesentlichen:

  • demo­gra­fi­sche Entwicklung
  • Preis­ent­wick­lung
  • Ände­rung der gesetz­li­chen Leis­tungs­pflicht der Krankenkassen
  • Ände­run­gen der Richt­li­ni­en des Gemein­sa­men Bundesausschusses
  • wirt­schaft­li­cher und qua­li­täts­ge­si­cher­ter Ein­satz von Neuerungen
  • Ziel­ver­ein­ba­run­gen auf Landesebene
  • Ver­la­ge­rung zwi­schen sta­tio­nä­rem und ambu­lan­tem Sektor
  • Aus­schöp­fung von Wirtschaftlichkeitsreserven

Durch die regio­na­len Ziel­ver­ein­ba­run­gen sol­len Ver­trags­ärz­te auf Ein­spar­mög­lich­kei­ten hin­ge­wie­sen und dazu ange­hal­ten wer­den, bei den Ver­ord­nun­gen mög­lichst auf rabat­tier­te, gene­ri­sche bzw. preis­güns­ti­ge Arz­nei­mit­tel zu ach­ten sowie zu wirt­schaft­li­chen Ver­sor­gungs­al­ter­na­ti­ven noch vor­han­de­ne Wirt­schaft­lich­keits­re­ser­ven zu erschlie­ßen. Hier­zu kön­nen auf regio­na­ler Ebe­ne kon­kre­te Ziel­quo­ten ver­ein­bart wer­den, etwa Min­dest- bzw. Höchst­quo­ten. Inner­halb der Quo­ten sol­len bevor­zugt gene­ri­sche und rabat­tier­te Arz­nei­mit­tel ver­ord­net werden.

Was wird noch in der Arz­nei­mit­tel­ver­ein­ba­rung geregelt?

Dar­über hin­aus wer­den kon­kre­te, auf die Umset­zung die­ser Zie­le aus­ge­rich­te­te Maß­nah­men defi­niert. Das sind etwa Kri­te­ri­en für Sofort­maß­nah­men zur Ein­hal­tung der Ausgabengrenzen.
Der Rah­men für die Arz­nei­mit­tel­ver­ein­ba­run­gen wird jedes Jahr auf Bun­des­ebe­ne zwi­schen der Kas­sen­ärzt­li­chen Bun­des­ver­ei­ni­gung (KBV) und dem GKV-Spit­zen­ver­band in den soge­nann­ten Rah­men­vor­ga­ben für Arz­nei­mit­tel bestimmt. Die regio­na­len Arz­nei­mit­tel­ver­ein­ba­run­gen dür­fen sich von den Rah­men­vor­ga­ben der Bun­des­ebe­ne nur dann unter­schei­den, wenn dies durch spe­zi­el­le Ver­sor­gungs­be­din­gun­gen gerecht­fer­tigt ist.

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