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Adhärenz (Adherence)

Apothekenpflicht für Arzneimittel

Ist ein Arzneimittel apothekenpflichtig, darf es nur in Apotheken verkauft bzw. abgegeben werden. Die Apothekenpflicht von Arzneimitteln wird im Arzneimittelgesetz (AMG) geregelt. Über die Apothekenpflicht für ein Arzneimittel entscheidet das Bundesgesundheitsministerium unter Einbeziehung eines Sachverständigenausschusses im Einzelfall.
 

Arzneimittelentsorgung

Die sachgerechte Entsorgung von Arzneimitteln ist von großer Bedeutung, nicht nur der Umwelt und Natur zu Liebe. Auch die langfristige Wirksamkeit von Arzneimitteln kann gefährdet werden, wenn bestimmte Substanzen wie etwa Antibiotika ungefiltert ins Grundwasser gelangen bzw. Resistenzen entstehen. Daher sollten Arzneimittel über den Hausmüll entsorgt werden. In jedem Fall gehören nicht mehr benötigte Arzneimittel nicht in die Toilette. Weitere Informationen dazu gibt es übrigens hier: http://www.arzneimittelentsorgung.de/
 

Arzneimittelfälschungen

Laut Arzneimittelgesetz (AMG) gelten jene Arzneimittel als gefälscht, die mit falschen Angaben über ihre Identität versehen sind, einschließlich der Verpackung, Kennzeichnung, Bezeichnung oder Zusammensetzung in Bezug auf einen oder mehrere Bestandteile, Herkunft oder Vertriebsweg.
 

Arzneimittelgesetz

Das Arzneimittelgesetz (AMG) regelt den Verkehr mit Arzneimitteln zur Gewährleistung einer ordnungsgemäßen und sicheren Arzneimittelversorgung von Mensch und Tier. Es definiert unter anderem Regelungen zu den generellen Anforderungen an Arzneimittel, wie etwa hinsichtlich Zulassung, Herstellung und Abgabe sowie zur Sicherung der Qualität und zur Überwachung. Das AMG setzt die umfangreichen europäischen Vorschriften in deutsches Recht um und wird ergänzt durch eine Vielzahl von Verordnungen und verbindlichen Leitlinien.

 

Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG)

Das AMNOG trat 2011 in Kraft. Seitdem werden patentgeschützte Arzneimittel einer so genannten frühen Nutzenbewertung unterzogen: Kann das neue Arzneimittel einen Zusatznutzen gegenüber dem Arzneimittel nachweisen, das den bisherigen Therapiestandard darstellt, wird zwischen dem Arzneimittelhersteller und dem GKV-Spitzenverband ein Erstattungspreis für dieses neue Arzneimittel verhandelt. Bietet das neue Arzneimittel dagegen keinen Zusatznutzen, darf dafür in Deutschland auch kein höherer Preis verlangt werden als für das Arzneimittel, das Therapiestandard ist.

 

Arzneimittelpreisverordnung

Die Arzneimittelpreisverordnung regelt die Preisbildung von rezeptpflichtigen Arzneimitteln bei der Abgabe durch den Hersteller an den Großhandel und (von dort) an die Apotheken. Sie legt damit die Vergütung in Form von Zuschlägen fest, die der Großhandel und die Apotheken bei der Abgabe von Arzneimitteln erhalten.

 

Arzneimittelsubstitution (Austauschbarkeit von Arzneimitteln)

Arzneimittel, die den gleichen Wirkstoff in der gleichen Darreichungsform und Wirkstärke enthalten, können in der Apotheke substituiert (ausgetauscht) werden. Dies ist bei Generika untereinander und im Verhältnis zu wirkstoffidentischen Originalpräparaten der Fall. Wenn der verschreibende Arzt diesen Austausch nicht ausgeschlossen hat (siehe Aut-Idem-Kreuz auf dem Rezept), muss der Apotheker eines der drei preisgünstigsten Arzneimittel mit diesem Wirkstoff oder das namentlich verordnete abgeben. Besteht zudem ein Rabattvertrag für dieses Arzneimittel zwischen der Krankenkasse des Versicherten und einem Arzneimittelhersteller, muss vorrangig dieses Arzneimittel ausgehändigt werden.
 

Arzneimittelvereinbarung

Das Sozialgesetzbuch V (SGB V) sieht vor, dass die Landesverbände der Krankenkassen und die regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen jährlich neue Arzneimittelvereinbarungen abschließen. Ziel dieser verbindlichen Vereinbarungen ist es, die vertragsärztliche Versorgung mit Arzneimitteln zu sichern. Dazu werden bestimmte Ausgabevolumen und Versorgungs- sowie Wirtschaftlichkeitsziele festgelegt. Darüber hinaus werden konkrete, auf die Umsetzung dieser Ziele ausgerichtete Maßnahmen definiert. Der Rahmen für die Arzneimittelvereinbarungen wird jedes Jahr auf Bundesebene zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem GKV-Spitzenverband in den so genannten Rahmenvorgaben für Arzneimittel bestimmt.
 

Arzneimittelwirkstoff

Der Arzneimittelwirkstoff (auch Wirkstoff genannt) ist die Substanz in einem Arzneimittel, die im menschlichen Körper die gewünschte pharmazeutische Wirkung hervorrufen soll.

 

Aufzahlung

Patienten müssen in der Apotheke eine Aufzahlung leisten, wenn der Festbetrag der Krankenkassen nicht dem tatsächlichen Preis eines Arzneimittels entspricht. Die Differenz zwischen dem Preis und dem Festbetrag nennt man Aufzahlung (im Unterschied zur Zuzahlung).
 

Ausschreibungen von Rabattverträgen (auch Rabattvertrag für Arzneimittel oder Tender genannt)

Krankenkassen schreiben einen sehr großen Teil ihres Bedarfs an Generika europaweit aus. Wollen Generikaunternehmen die Versicherten dieser Krankenkassen mit Arzneimitteln versorgen, müssen sie daran teilnehmen. Bei den Ausschreibungen erhält ausschließlich der Hersteller den Zuschlag und damit den Versorgungsauftrag, der den höchsten Rabatt bietet. Der Apotheker ist dann bei der Rezeptvorlage gesetzlich dazu verpflichtet, dem Patienten das Arzneimittel laut Rabattvertrag auszuhändigen. Ein Rabattvertrag ist in der Regel für zwei Jahre gültig. Danach wird er erneut ausgeschrieben und wiederum erhält nur der Hersteller mit dem höchsten Rabattangebot den Zuschlag.     Infografik: Wie funktioniert ein Rabattvertrag für Arzneimittel?
 

Aut-Idem-Regelung

Der Begriff „aut idem“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet umgangssprachlich so viel wie „oder das Gleiche“. Im Bereich der Arzneimittelversorgung beschreibt aut idem die Verpflichtung des Apothekers, dem Patienten bei Rezeptvorlage das vom Arzt verordnete oder ein gleichwertiges Arzneimittel auszuhändigen. Dabei muss er zudem eins der drei preisgünstigsten oder das verordnete Arzneimittel auswählen. Der Arzt hat seinerseits die Möglichkeit, auf dem Rezept „aut idem“ anzukreuzen. In diesem Fall muss der Apotheker das Medikament laut Anordnung des Arztes abgeben (siehe auch Arzneimittel-Substitution).
 

AVP

Apothekenverkaufspreis