Generika und Biosimilars in Deutschland 2012

Generika sind in Deutschland für die Versorgung der Menschen mit Arzneimitteln
unverzichtbar. Ihr Anteil an der Versorgung hat in den vergangenen Jahren
stetig zugenommen.

Im Jahr 2012 wurde eine neue Höchstmarke erreicht: 29,3 Milliarden generische
Tagestherapiedosen (defined daily dose, DDD) wurden zu Gunsten der Gesetzlichen
Krankenversicherung (GKV) verordnet. Generikaunternehmen decken damit 73 % des gesamten Arzneimittelbedarfs der GKV. Hierfür hat die GKV im vergangenen Jahr deutlich weniger als 10 % ihrer effektiven Arzneimittelausgaben aufgewendet.

Grund dafür sind die ohnehin niedrigen Generikapreise in Deutschland, die sich in einem sehr intensiven Wettbewerb bilden. Der Umsatz der Generikaunternehmen lag in der GKV 2012 nach Listenpreisen bei rund 4,3 Milliarden Euro.

Effektiv liegen die Generikapreise jedoch deutlich darunter. Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit erhielten die Krankenkassen in 2012 zusätzliche Preisnachlässe aus Rabattverträgen in Höhe von 2,09 Milliarden Euro. Der überwiegende Anteil daran entfällt auf Rabattverträge über Generika.

Im Jahr 2012 verzeichnete dagegen der gesamte Arzneimittelmarkt in der GKV einen sehr moderaten Umsatzzuwachs von etwas mehr als 1 % gegenüber dem Vorjahr. Das gesamte Arzneimittel-Ausgabenvolumen umfasste 30,3 Milliarden Euro zu Apothekenverkaufspreisen – unter Berücksichtigung der gesetzlichen Zwangsrabatte für Hersteller und Apotheker, aber ohne die zusätzlichen Preisnachlässe aus den oben genannten Rabattverträgen.

Auch auf Ebene der für die Unternehmen relevanten Herstellerabgabepreise fällt der Umsatzzuwachs mit 1,7 % auf insgesamt gut 19 Milliarden Euro gering aus – der gesetzliche Hersteller-Zwangsrabatt ist hierbei berücksichtigt.

Der GKV-Umsatz der patentgeschützten Arzneimittel stieg dabei um 10,3 % auf 11,4 Milliarden Euro, wohingegen der generikafähige Markt – bestehend aus patentfreien Erstanbieterprodukten und Generika – um 8,9 % auf 7,6 Milliarden Euro abnahm. Der Minderumsatz in diesem Marktsegment geht auf einen starken Rückgang patentfreier Erstanbieterprodukte um 22 % zurück.

Der Generikaumsatz nahm um 4,8 % auf insgesamt 4,3 Milliarden Euro leicht zu – dabei sind die zusätzlichen Preisnachlässe aus Rabattverträgen noch nicht berücksichtigt.

Die Anzahl der insgesamt zu Gunsten der GKV verordneten Packungen blieb mit 682 Millionen Packungen im Wesentlichen konstant, v. a. weil es einen klaren Trend zu mehr Verordnungen von größeren Packungen gab. Der Anteil der Generika am Absatz betrug 451 Millionen Packungen (66 %). Die Generikaquote im generikafähigen Markt lag gegenüber dem Vorjahr unverändert bei 81 %.

Wachsender Preisabstand zwischen patentfreien Erstanbieterprodukten und Generika

Die Einsparpotenziale bei der Verschreibung von Generika sind in Deutschland enorm: Für ein einziges patentfreies Erstanbieterprodukt (Altoriginal) mit einem durchschnittlichen Preis von 31,70 Euro hätten allein drei generische Alternativen mit einem Durchschnittspreis von 9,58 Euro verordnet werden können. Die Rabatte aus den Verträgen nach § 130a Abs. 8 SGB V sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt.

Die GKV hätte somit im Jahr 2012 zusätzlich gut 3 Milliarden Euro einsparen können,
wenn Generika überall dort, wo möglich, zum Einsatz gekommen wären. Allen pharmazeutischen Herstellern gemein ist die sehr hohe wirtschaftliche Belastung aus den gesetzlichen Zwangsrabatten und dem Preismoratorium. Der gesetzliche Zwangsrabatt hatte in 2012 ein Volumen von über 2,5 Milliarden Euro und dies in Zeiten, in denen die GKV einen Überschuss in zweistelliger Milliardenhöhe verzeichnet.

Generika und Biosimilars in Deutschland - Marktdaten 2012
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