JANUAR - SEPTEMBER 2007
Kurzanalyse Entwicklung im GKV-Arzneimittelmarkt vom Januar bis zum September 2007 (Quelle: IMS)
|
|
Kurzanalyse zum GKV-Arzneimittelmarkt (Jan-Sep) (pdf) (32.1 KB)
|
|
Umsatz
Von Januar bis September 2007 hat die GKV für die Arzneimittelversorgung net-to, also nach Abzug der Hersteller- und Apothekenabschläge, jedoch ohne Berücksichtigung von Patientenzuzahlungen und Rückflüssen aus Rabattverträgen, rund 18,9 Mrd. Euro ausgegeben. Dies entspricht einem Plus von 980 Mio. Euro (5,5%) gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Der Druck auf die Arzneimittelausgaben der GKV kommt weiterhin aus dem Segment der patentgeschützten Produkte und der Präparate ohne Generikakonkurrenz. Der Umsatz in diesem Teilmarkt ist nämlich um satte 13,1% auf 11,6 Mrd. Euro gestiegen. Der Umsatz im generikafähigen Markt ist hingegen um 368 Mio. Euro (4,8%) gesunken, er beträgt nunmehr nur noch 7,3 Mrd. Euro. Der Umsatzzuwachs im Generikamarkt von 209 Mio. Euro (4,1%) auf 5,3 Mrd. Euro reichte erneut nicht aus, den anhaltenden freien Fall der Umsätze im Markt der patentfreien Erstanbieterprodukte um 22,5% (- 577 Mio. Euro) zu kompensieren.
Der längerfristige Trend, dass der Markt der patentgeschützten Arzneimittel/Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz zu Lasten des generikafähigen Marktes wächst, setzt sich mithin fort. Ebenfalls dauerhaft etabliert hat sich der Trend, dass Generika ihren Umsatzanteil im generikafähigen Markt ausweiten.
Bei allen Umsatzdaten auf AVP-Basis ist allerdings zu beachten, dass die Mehrausgaben der GKV in erheblichem Umfang durch politische Entscheidungen und Weichenstellungen induziert sind: Zum einen wirkt sich die Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte aus, zum anderen macht sich die Forcierung der Schutzimpfungen in einem sprunghaft steigenden Verbrauch von Impfstoffen bemerkbar.
|
|
Umsatzverteilung AVP-Real Januar - September 2007 (pdf) (54.9 KB)
|
|
|
Umsatzentwicklung in den einzelnen Segmenten des GKV-Marktes 2006/2007 (Januar - September) (pdf) (23.3 KB)
|
|
Absatz
Der Absatz im Gesamtmarkt ist um rund 8 Mio. Packungseinheiten (2,1%) auf jetzt 477 Mio. Packungseinheiten gestiegen. Mit 22 Mio. zusätzlichen Packungseinheiten (8,7%) schossen Generika den Vogel ab. Dieser Mehrabsatz korrespondiert jedoch mit einem Einbruch um 14 Mio. Packungseinheiten (- 19,1%) bei den patentfreien Erstanbieterprodukten. Unter dem Strich hat der Absatz im generikafähigen Markt um 2,5% zugenommen. Im Markt der patentgeschützten Arzneimittel/Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz wuchs der Absatz marginal um 0,2%.
|
|
Absatzverteilung Januar - Septemer 2007 (pdf) (60.8 KB)
|
|
Generikaquote
Die Generikaquote im GKV-Gesamtmarkt steht bei 57%, im generikafähigen Markt hat sie die neue Rekordmarke von 82% erreicht.
|
|
Generikaquote im GKV-Markt 2006/2007 (Januar - September) (pdf) (85.1 KB)
|
|
Einsparvolumina
Das Einsparvolumen 2007 klettert wegen des verstärkten Generikaeinsatzes einem noch nie da gewesenen Höchstwert entgegen: Bis zum September belief es sich bereits auf knapp 3,9 Mrd. Euro, bis zum Jahresende wird sich die Entlastung der GKV voraussichtlich auf mehr als 5 Mrd. Euro aufsummieren. Die nicht ausgeschöpfte Effizienzreserve betrug 841 Mio. Euro.
|
|
Einsparvolumina in Mio. Euro 2007 (Januar - September) (pdf) (38.5 KB)
|
|
Preis- und Erlösentwicklung
Die Netto-Durchschnittspreise je Produkt steigen im Markt der patentgeschützten Arzneimittel/Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz unaufhaltsam weiter. Auf der Basis des Apothekenverkaufspreises sind sie gegenüber dem Zeitraum vom Januar bis zum September 2006 um 9,24 Euro (13,1%) auf nunmehr 79,71 Euro gestiegen. Auf der Basis des Herstellerabgabepreises ist eine Zunahme um 5,51 Euro (11,2%) auf jetzt 54,71 Euro zu verzeichnen.
Die Netto-Durchschnittspreise für patentfreie Erstanbieterprodukte sind hingegen durchgängig gesunken. Der Apothekenverkaufspreis ging um 1,44 Euro (4,1%) auf 33,71 Euro zurück, der Herstellerabgabepreis fiel um 1,81 Euro (8,3%) auf 20,00 Euro.
Ebenfalls auf der Ebene beider Bezugsgrößen verringert haben sich die Netto-Durchschnittspreise von Generika: Ihr Apothekenverkaufspreis ist um 0,87 Euro (4,3%) auf 19,46 Euro gesunken, während ihr Herstellerabgabepreis um 0,99 Euro (9,6%) auf 9,31 Euro gefallen ist.
Der durchschnittliche Netto-Apothekenverkaufspreis patentfreier Erstanbieterprodukte übersteigt denjenigen der Generika mithin um 73%, der Netto-Durchschnittserlös patentfreier Erstanbieterprodukte übertrifft den der Generika sogar um 115%.
Die aktuelle Position und die kurz- und mittelfristigen Aussichten der Generikahersteller im GKV-Arzneimittelmarkt sind durch den schroffen Gegensatz zwischen einem starken Mehrabsatz von 22 Mio. Packungseinheiten einerseits und um 44 Mio. Euro rückläufigen Erlösen andererseits gekennzeichnet. Hinzu kommen die nicht zu quantifizierenden Rückvergütungen auf Grund von Rabattverträgen nach § 130a Abs. 8 SGB V, die die Unternehmen aus ihren Erlösen finanzieren müssen.
Die beschleunigte Talfahrt der Generikapreise und -erlöse, die auf das Konto des AVWG und des GKV-WSG geht, setzt die gesamte Branche einem extremen Margen- und Kostendruck aus. Sie muss wirksame Kostensenkungsprogramme entwickeln und realisieren, in deren Brennpunkt der Vertrieb und die Produktion stehen. Sie wird im erheblichen Umfang, vor allem aber im Vertrieb, Beschäftigung abbauen. Mehrere Unternehmen haben ihren Pharmaaußendienst bereits drastisch reduziert bzw. sogar vollständig aufgelöst. Zudem droht auf längere Sicht die Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer.
|
|
Apotheken- und Herstellerabagabepreise 2006/2007 (Januar - September) (pdf) (150.9 KB)
|
|
|
Umsatzverteilung HAP-Real Januar - September 2007 (pdf) (57.0 KB)
|
|
|
Erlösentwicklung der Hersteller in Mio. Euro 2006/2007 (Januar - September) (pdf) (22.1 KB)
|
|
Strukturkomponente
Die IMS Health-Strukturkomponentenstudie wird auf der Grundlage des Brutto-Apothekenverkaufpreises berechnet, Hersteller- und Apothekenabschläge werden mithin ebenso nicht berücksichtigt wie die Arzneimittelzuzahlungen der Patienten. Ausgeklammert sind zudem die Entlastungen, die für die Krankenkassen aus Rabattverträgen nach § 130a Abs. 8 SGB V resultieren. Für die Studie ist der GKV-Markt in vier Segmente gegliedert worden (Segment 1: patentgeschützte Arzneimittel ohne Festbetrag; Segment 2: patentfreie Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz und ohne Festbetrag; Segment 3: patentfreie Arzneimittel mit Generikakonkurrenz, aber ohne Festbetrag; Segment 4: Festbetragsarzneimittel).
Die Analyse untersucht sowohl den Intramedikamenteneffekt (Umsatzveränderungen, die auf Verordnungsveränderungen beruhen, die die Packungsgröße, die Dosis/Wirkstärke oder die Darreichungsform identischer Präparate betreffen) als auch den Intermedikamenteneffekt (Umsatzveränderungen, die auf die Verordnung anderer Arzneimittel zurückzuführen sind; IMS Health untersucht dabei Verschiebungen innerhalb der vier Marktsegmente, zwischen den vier Marktsegmenten sowie zwischen Indikationsgruppen).
Die Ausgabensteigerungen (im 3. Quartal 2007 10,4% und im Zeitraum von Januar bis September 2007 6,6%), die die Krankenkassen zu verzeichnen haben, basieren in erster Linie auf der Strukturkomponente (Steigerungsraten: im 3. Quartal 2007 6,8% und im Zeitraum von Januar bis September 2007 5,6%). Kostentreiber Nr. 2 ist der Mengenzuwachs (im 3. Quartal 2007 3,7% und im Zeitraum von Januar bis September 2007 2,8%).
Ausgaben dämpfend (- 1,9%) haben sich im Zeitraum vom Januar bis zum September 2007 lediglich die sinkenden Preise im generikafähigen Markt ausgewirkt, die fast ausschließlich der Preisreduzierung der Generika geschuldet sind. Der Preisrückgang in diesem Marktsegment ist umso bemerkenswerter, als die Generikahersteller unter dem Strich auch die Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte zum 01.01.2007 geschultert haben.
Auffällig ist, dass die sich die Steigerungsraten sowohl des Umsatzes als auch der Strukturkomponente als auch der Verordnungen im 3. Quartal 2007 erhöht haben, während die GKV in diesem Quartal nur noch marginal (0,1%) durch sinkende Arzneimittelpreise entlastet worden ist. Die Ausgaben treibenden Kräfte gewinnen im Laufe des Jahres also zusehends an Schwung.
|
|
Strukturkomponente 2006/2007 (Januar - September) (pdf) (21.0 KB)
|
|
|
Strukturkomponente Vergleichszeitraum 2006/2007 (3. Quartal) (pdf) (21.0 KB)
|
| zurück
|
| | | | | | |
letzte Änderungen: 17.1.2012 17:09
|
| |
|
|
|