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JANUAR - OKTOBER 2007


Kurzanalyse Entwicklung im GKV-Arzneimittelmarkt vom Januar bis zum Oktober 2007 (Quelle: IMS)

download Kurzanalyse zur Entwicklung im Arzneimittelmarkt der GKV (pdf) (21.4 KB)

Umsatz

Von Januar bis Oktober 2007 hat die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) für die Arzneimittelversorgung netto, d.h. nach Abzug der Hersteller- und Apothekenabschläge, jedoch ohne Berücksichtigung von Patientenzuzahlungen und Rückflüssen aus Rabattverträgen, rund 21,3 Mrd. Euro ausgegeben. Das entspricht einem Plus von 1,2 Mrd. Euro (6,2%) gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Der Druck auf die Arzneimittelausgaben der GKV kommt weiterhin aus dem Segment der patentgeschützten Produkte und der Präparate ohne Generikakonkurrenz. Der Umsatzzuwachs in diesem Teilmarkt hat sich im Laufe des Jahres immer mehr beschleunigt; im Untersuchungszeitraum sind die Ausgaben der Krankenkassen für patentgeschützte Arzneimittel und Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz gegenüber dem Zeitraum vom Januar bis zum Oktober 2006 um knapp 1,6 Mrd. Euro auf 12,9 Mrd. Euro gestiegen. Die Steigerungsrate in diesem Teilmarkt hat mithin sage und schreibe 14% erreicht.

Der Umsatz im generikafähigen Markt ist in den ersten zehn Monaten des Jahres 2007 hingegen um 337 Mio. Euro (3,9%) gesunken, er beträgt nunmehr nur noch 8,4 Mrd. Euro. Der Umsatzzuwachs im Generikamarkt von 279 Mio. Euro (4,9%) auf 6 Mrd. Euro reichte erneut nicht aus, den anhaltenden freien Fall der Umsätze im Markt der patentfreien Erstanbieterprodukte um 20,5% (- 617 Mio. Euro) zu kompensieren.

Der längerfristige Trend, dass der Markt der patentgeschützten Arzneimittel/Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz zu Lasten des generikafähigen Marktes wächst, verstärkt sich mithin kontinuierlich. Ebenfalls dauerhaft etabliert hat sich der Trend, dass Generika ihren Umsatzanteil im generikafähigen Markt ausweiten.

Bei allen Umsatzdaten auf der Basis des Apothekenverkaufspreises (AVP) ist allerdings zu beachten, dass die Mehrausgaben der GKV in erheblichem Umfang durch politische Entscheidungen und Weichenstellungen induziert sind: Zum einen wirkt sich die Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte aus, zum anderen macht sich die Forcierung der Schutzimpfungen in einem sprunghaft steigenden Verbrauch von Impfstoffen bemerkbar. Nicht von ungefähr nimmt ein Impfstoff gegen das Cervix-Karzinom den Spitzenplatz der Umsatzrangliste ein.

download Umsatzverteilung Erstanbieter/Generika im GKV-Markt Januar - Oktober 2007 (pdf) (112.5 KB)

download Umsatzentwicklung in den einzelnen Segmenten des GKV-Marktes in Mio. Euro 2006/2007 (Januar - Oktober) (pdf) (29.2 KB)

Absatz

Der Absatz im Gesamtmarkt ist um rund 13 Mio. Packungseinheiten (2,4%) auf jetzt 537 Mio. Packungseinheiten gestiegen. Generika haben mit 26 Mio. zusätzlichen Packungseinheiten (9%) den Vogel abgeschossen, ihr Absatz im Betrachtungszeitraum belief sich auf 312 Mio. Packungseinheiten Da dieser Mehrabsatz jedoch durch den Einbruch bei den patentfreien Erstanbieterprodukten zum Großteil kompensiert wird - der Absatz dieser Arzneimittel ist um 15 Mio. Packungseinheiten (- 18,5%) auf 66 Mio. Packungseinheiten zurückgegangen -, hat der Absatz im generikafähigen Markt unter dem Strich lediglich um 2,9% auf 378 Mio. Packungseinheiten zugenommen. Im Markt der patentgeschützten Arzneimittel/Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz wuchs der Absatz um 1,3% auf 159 Mio. Packungseinheiten.

download Absatzverteilung Erstanbieter/Generika im GKV-Markt Januar - Oktober 2007 (pdf) (113.2 KB)

Generikaquote

Die Generikaquote im GKV-Gesamtmarkt hat mit 58% einen neuen Höchstwert erreicht, im generikafähigen Markt hat sie sich bei dem im September erstmals erreichten Rekordwert von 82% stabilisiert.

download Generikaquote im GKV-Markt 2007/2007 (Januar - Oktober) (pdf) (132.1 KB)

Einsparvolumina

Nach dem Preisstand vom Oktober klettert das Einsparvolumen 2007 einem noch nie da gewesenen Maximum entgegen: Bis zum Oktober belief es sich bereits auf 5,6 Mrd. Euro, bis zum Jahresende wird sich die Entlastung der GKV voraussichtlich auf etwa 6,6 Mrd. Euro aufsummieren. Die nicht ausgeschöpfte Effizienzreserve betrug rund 1,2 Mrd. Euro.

download Einsparvolumina in Mio. Euro Januar - Oktober 2007 (pdf) (54.8 KB)

Preis- und Erlösentwicklung

Die Netto-Durchschnittspreise je Produkt steigen im Markt der patentgeschützten Arzneimittel/Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz unaufhaltsam weiter. Auf der Basis des Netto-AVP sind sie gegenüber dem Zeitraum vom Januar bis zum Oktober 2006 um 7,14 Euro (9,2%) auf nunmehr 84,67 Euro gestiegen. Auf der Basis des Herstellerabgabepreises (HAP) ist eine Zunahme um 3,90 Euro (7,1%) auf jetzt 58,49 Euro zu verzeichnen (Netto-Preis nach Abzug des Herstellerabschlags).

Ebenfalls durchgängig erhöht haben sich die Netto-Durchschnittspreise für patentfreie Erstanbieterprodukte. Der AVP kletterte um 9,32 Euro (33,9%) auf 36,81 Euro, der HAP um 6,51 Euro (41%) auf 22,39 Euro.

Auf der Ebene beider Bezugsgrößen verringert haben sich hingegen die Netto-Durchschnittspreise von Generika: Ihr AVP ist um 1,64 Euro (7,9%) auf 19,00 Euro gesunken, während ihr HAP um 1,49 Euro (14,1%) auf 9,06 Euro gefallen ist.

Der durchschnittliche Netto-AVP patentfreier Erstanbieterprodukte übersteigt denjenigen der Generika mithin um 93,7%, der Netto-Durchschnittserlös patentfreier Erstanbieterprodukte übertrifft den der Generika sogar um fast 150%.

Die aktuelle Position und die kurz- und mittelfristigen Aussichten der Generikahersteller im GKV-Arzneimittelmarkt sind durch den schroffen Gegensatz zwischen einem starken Mehrabsatz von 26 Mio. Packungseinheiten einerseits und um 14 Mio. Euro rückläufigen Erlösen andererseits gekennzeichnet. Eine Absatzsteigerung um 9% geht Hand in Hand mit einer Erlösminderung von 0,5%. Der daraus resultierende Margendruck wird durch die nicht zu quantifizierenden Rückvergütungen auf Grund von Rabattverträgen nach § 130a Abs. 8 SGB V noch erhöht, die die Unternehmen aus ihren Erlösen finanzieren müssen.

Die beschleunigte Talfahrt der Generikapreise und -erlöse, die auf das Konto des AVWG und des GKV-WSG geht, setzt die gesamte Branche einem extremen Kostendruck aus. Sie muss wirksame Kostensenkungsprogramme entwickeln und realisieren, in deren Brennpunkt der Vertrieb und die Produktion stehen. Sie wird im erheblichen Umfang, vor allem aber im Vertrieb Beschäftigung abbauen. Dazu trägt auch die Fokussierung auf Key-Account-Strategien bei, die eine zwangsläufige Folge der Rabattverträge sind. Mehrere Unternehmen haben ihren Pharmaaußendienst mittlerweile drastisch reduziert bzw. sogar vollständig aufgelöst. Zudem droht auf längere Sicht die Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer.

download Apotheken- und Herstellerabgabepreise in den einzelnen Segmenten des GKV-Marktes in Euro 2006/2007 (Januar - Oktober) (pdf) (242.0 KB)

download Umsatzverteilung Erstanbieter/Generika im GKV-Markt Januar - Oktober 2007 (114.4 KB)

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download Erlöseentwicklung der Hersteller in Mio. Euro 2007/2007 (Januar - Oktober) (pdf) (28.7 KB)

Strukturkomponente

Die IMS Health-Strukturkomponentenstudie wird auf der Grundlage des Brutto-AVP berechnet, Hersteller- und Apothekenabschläge werden mithin ebenso nicht herausgerechnet wie die Arzneimittelzuzahlungen der Patienten. Ausgeklammert sind zudem die Entlastungen, die für die Krankenkassen aus Rabattverträgen nach § 130a Abs. 8 SGB V resultieren. Für die Studie ist der GKV-Markt in vier Segmente gegliedert worden (Segment 1: patentgeschützte Arzneimittel ohne Festbetrag; Segment 2: patentfreie Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz und ohne Festbetrag; Segment 3: patentfreie Arzneimittel mit Generikakonkurrenz, aber ohne Festbetrag; Segment 4: Festbetragsarzneimittel).

Die Analyse untersucht sowohl den Intramedikamenteneffekt (Umsatzveränderungen, die auf Verordnungsveränderungen beruhen, die die Packungsgröße, die Dosis/Wirkstärke oder die Darreichungsform identischer Präparate betreffen) als auch den Intermedikamenteneffekt (Umsatzveränderungen, die auf die Verordnung anderer Arzneimittel zurückzuführen sind; IMS Health untersucht dabei Verschiebungen innerhalb der vier Marktsegmente, zwischen den vier Marktsegmenten sowie zwischen Indikationsgruppen).

Die Ausgabensteigerungen (im 3. Quartal 2007 10,4% und im Zeitraum von Januar bis September 2007 6,6%), die die Krankenkassen zu verzeichnen haben, basieren in erster Linie auf der Strukturkomponente (Steigerungsraten: im 3. Quartal 2007 6,8% und im Zeitraum von Januar bis September 2007 5,6%). Kostentreiber Nr. 2 ist der Mengenzuwachs (im 3. Quartal 2007 3,7% und im Zeitraum von Januar bis September 2007 2,8%).

Ausgaben dämpfend (- 1,9%) haben sich im Zeitraum vom Januar bis zum September 2007 lediglich die sinkenden Preise im generikafähigen Markt ausgewirkt, die fast ausschließlich der Preisreduzierung der Generika geschuldet sind. Der Preisrückgang in diesem Marktsegment ist umso bemerkenswerter, als die Generikahersteller unter dem Strich auch die Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte zum 01.01.2007 geschultert haben.

Auffällig ist, dass die sich die Steigerungsraten sowohl des Umsatzes als auch der Strukturkomponente als auch der Verordnungen im 3. Quartal 2007 erhöht haben, während die GKV in diesem Quartal nur noch marginal (0,1%) durch sinkende Arzneimittelpreise entlastet worden ist. Die Ausgaben treibenden Kräfte gewinnen im Laufe des Jahres also zusehends an Schwung.

download Strukturkomponente 2006/2007 (Januar - September) (pdf) (21.0 KB)

download Strukturkomponente Vergleichszeitraum 2006/2007 (3. Quartal) (pdf) (21.0 KB)

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letzte Änderungen: 17.1.2012 17:09