Pro Generika e.V.
Unter den Linden 32-34
D-10117 Berlin
Tel: 030 - 81 61 60 9 - 0
Fax: 030 - 81 61 60 9 - 11
info@progenerika.de
logo

MemberNet-LOG IN

Seite drucken
Seite senden
Sitemap

JANUAR - NOVEMBER 2007


Kurzanalyse Entwicklung im GKV-Arzneimittelmarkt vom Januar bis zum November 2007 (Quelle: IMS)

download Kurzanalyse (pdf) (25.0 KB)

Umsatz

Von Januar bis November 2007 hat die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) für die Arzneimittelversorgung netto, d.h. nach Abzug der Hersteller- und Apothekenabschläge, jedoch ohne Berücksichtigung von Patientenzuzahlungen und Rückflüssen aus Rabattverträgen, rund 23,6 Mrd. Euro ausgegeben. Das entspricht einem Plus von 1,4 Mrd. Euro (6,4%) gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Der Ausgabenschub bei den GKV-Arzneimittelausgaben geht nach wie vor auf das Konto der patentgeschützten Produkte und der Präparate ohne Generikakonkurrenz. Im Untersuchungszeitraum sind die Ausgaben der Krankenkassen für diese Arzneimittel nämlich gegenüber dem Zeitraum vom Januar bis zum November 2006 um satte 1,7 Mrd. Euro auf 14,4 Mrd. Euro gestiegen. Die Umsatzzuwachsrate, die in diesem Marktsegment zu verzeichnen ist, hat sich bis zum Oktober ständig erhöht und in diesem Monat mit 14% ihr Maximum erreicht. Im November verharrt sie mit 13,7% auf hohem Niveau.

Der Umsatz im generikafähigen Markt ist in den ersten elf Monaten des Jahres 2007 hingegen um 318 Mio. Euro (3,9%) auf 9,3 Mrd. Euro gesunken. Die Umsatzsteigerung im Generikamarkt von 346 Mio. Euro (5,5%) auf 6,6 Mrd. Euro reichte erneut nicht aus, die massiven Umsatzverluste von 664 Mio. Euro (- 19,8%) im Markt der patentfreien Erstanbieterprodukte zu kompensieren.

Der Trend, dass der Markt der patentgeschützten Arzneimittel/Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz zu Lasten des generikafähigen Marktes wächst, hat sich mithin wieder einmal bestätigt. Ebenfalls dauerhaft etabliert hat sich der Trend, dass Generika ihren Umsatzanteil im generikafähigen Markt ausweiten.

Bei allen Umsatzdaten auf der Basis des Apothekenverkaufspreises (AVP) ist allerdings zu beachten, dass die Mehrausgaben der GKV in erheblichem Umfang durch politische Entscheidungen und Weichenstellungen induziert sind: Zum einen wirkt sich die Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte aus. Der Deutsche Apothekerverband veranschlagt die daraus resultierende Mehrbelastung der GKV im Jahr 2007 auf mehr als 600 Mio. Euro. Zum anderen macht sich die Forcierung der Schutzimpfungen in einem sprunghaft steigenden Verbrauch von Impfstoffen bemerkbar. Nicht von ungefähr nimmt ein Impfstoff gegen das Cervix-Karzinom den Spitzenplatz in der Umsatzrangliste ein.

download Umsatzverteilung Erstanbieter/Generika im GKV-Markt Januar - November 2007 (pdf) (75.6 KB)

download Umsatzentwicklung in den einzelnen Segmenten des GKV-Marktes in Mio. Euro 2006/2007 (Januar - November) (pdf) (34.7 KB)

Absatz

Der Absatz im Gesamtmarkt ist um rund 15 Mio. Packungseinheiten (2,6%) auf jetzt 595 Mio. Packungseinheiten gestiegen. Der Generikaabsatz hat sich um 30 Mio. Packungseinheiten (9,7%) auf 341 Mio. Packungseinheiten vergrößert. Da dieser Mehrabsatz jedoch durch den Absatzeinbruch bei den patentfreien Erstanbieterprodukten zum Großteil kompensiert wird - der Absatz dieser Arzneimittel ist um knapp 17 Mio. Packungseinheiten (- 18,5%) auf 73 Mio. Packungseinheiten zurückgegangen -, hat der Absatz im generikafähigen Markt unter dem Strich lediglich um 3,4% auf 414 Mio. Packungseinheiten zugenommen. Im Markt der patentgeschützten Arzneimittel/Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz wuchs der Absatz um 0,7% auf 181 Mio. Packungseinheiten.

download Absatzverteilung Erstanbieter/Generika im GKV-Markt Jan-Nov (pdf) (74.1 KB)

Generikaquote

Die Generikaquote im GKV-Gesamtmarkt belief sich auf 57%. Sie lag damit um 1 Prozentpunkt unter dem bisherigen Höchstwert von 58%. Im generikafähigen Markt hat die Generikaquote ihren im September erstmals erreichten Rekordwert von 82% dagegen behauptet.

download Generikaquote im GKV-Markt Jan-Nov 07 (pdf) (137.6 KB)

Einsparvolumina

Auf der Basis der Durchschnittspreise, die im Verlauf des Jahres bei den patentfreien Erstanbieterprodukten einer- und den Generika andererseits zu verzeichnen waren, wird die Entlastung der GKV durch die Verordnung von Generika im Jahr 2007 ein noch nie da gewesenes Maximum erreichen: Bis zum 30.11. beliefen sich die Einsparungen bereits auf 5,9 Mrd. Euro, bis zum Jahresende werden sie sich voraussichtlich auf etwa 6,5 Mrd. Euro aufsummieren. Die nicht ausgeschöpfte Effizienzreserve betrug bis zum November rund 1,3 Mrd. Euro, im Gesamtjahr wird sie sich auf etwa 1,4 Mrd. Euro belaufen.

Das Einsparvolumen wird anhand der Listenpreise errechnet. Die tatsächliche Entlastung der GKV durch Generika geht indes deutlich über das „offizielle“ Einsparvolumen hinaus. Denn die GKV profitiert zudem von Rabattverträgen, die Krankenkassen nach § 130a Abs. 8 SGB V mit pharmazeutischen Unternehmern geschlossen haben. Rabattvertragspartner der Krankenkassen sind aber fast durchweg Generikahersteller. Der Umfang der zusätzlichen Einsparungen, die die GKV durch Rabattverträge erzielt haben, kann jedoch nicht quantifiziert werden. Die Rabattkonditionen werden nämlich den Vertragspartnern aus guten Gründen geheim gehalten, die die Rabatte deshalb auch bilateral und direkt miteinander abrechnen.


download Einsparvolumina in Mio. Euro (pdf) (62.8 KB)

Entwicklung der Durchschnittspreise

Die Netto-Durchschnittspreise der patentgeschützten Arzneimittel/Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz steigen weiter. Diese Entwicklung ist in allererster Linie dem Mengenwachstum besonders teurer Präparate geschuldet. Auf der Basis des Netto-AVP sind die Netto-Durchschnittspreise dieser Medikamente gegenüber dem Zeitraum vom Januar bis zum November 2006 um 3,74 Euro (4,8%) auf nunmehr 81,24 Euro gestiegen. Auf der Basis des Herstellerabgabepreises (HAP) ist eine Zunahme um 1,33 Euro (2,5%) auf jetzt 55,99 Euro zu konstatieren (Netto-Preis nach Abzug des Herstellerabschlags).

Ebenfalls durchgängig erhöht haben sich die Netto-Durchschnittspreise für patentfreie Erstanbieterprodukte. Der AVP kletterte um 9,75 Euro (35,8%) auf 36,95 Euro, der HAP um 6,84 Euro (43,7%) auf 22,51 Euro. Erhöhungen der Durchschnittspreise in diesem Marktsegment dürften vor allem auf dem Zustrom teurerer Präparate beruhen, deren Patentschutz abgelaufen ist.

Auf der Ebene beider Bezugsgrößen verringert haben sich hingegen die Netto-Durchschnittspreise von Generika: Ihr AVP ist um 1,65 Euro (- 8,1%) auf 18,93 Euro gesunken, während ihr HAP um 1,44 Euro (13,7%) auf 9,05 Euro gefallen ist.

Der durchschnittliche Preisabstand zwischen patentfreien Erstanbieterprodukten und Generika ist mit 18,02 Euro (AVP) bzw. 13,46 Euro (HAP) noch nie so groß gewesen wie im November 2007. Der Netto-AVP patentfreier Erstanbieterprodukte ist demnach im Mittel fast doppelt so hoch (+ 95,2%) wie derjenige der Generika, der Netto-Durchschnittserlös patentfreier Erstanbieterprodukte übertrifft den der Generika sogar um fast 150%.

Entwicklung der Erlöse

Die pharmazeutischen Hersteller haben von Januar bis November 2007 einen Erlös von 14,6 Mrd. Euro im GKV-Markt erzielt. Den Löwenanteil von knapp 9,9 Mrd. Euro (67%) davon kassierten die Hersteller patentgeschützter Arzneimittel/patentfreier Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz. Zu HAP steigerten sie ihren Umsatz gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 1 Mrd. Euro (11,8%). Den Herstellern patentfreier Erstanbieterprodukte flossen 1,6 Mrd. Euro (11%) zu, sie verloren zu HAP Umsätze von 476 Mio. Euro (22,6%) ein. Die Generikahersteller vereinnahmten etwa 3,2 Mrd. Euro (22%). Damit stagnierten ihre Erlöse bei einem marginalen Wachstum von 10 Mio. Euro (0,3%) de facto .

Die aktuelle Position und die kurz- und mittelfristigen Aussichten der Generikahersteller im GKV-Arzneimittelmarkt sind durch den scharfen Gegensatz zwischen einem Mehrabsatz von 9,7% einerseits und stagnierenden Erlösen andererseits gekennzeichnet. Diese Entwicklung ist zwar gut für die GKV, hat in den Bilanzen der Generikaindustrie aber tiefe Schleifspuren hinterlassen. Ihre Margen haben sich drastisch verringert. Hinzu kommen die nicht zu quantifizierenden Erlösminderungen, die aus Rabattverträgen nach § 130a Abs. 8 SGB V resultieren. Denn jedes kassenindividuelle Preiszugeständnis schmälert den Erlös der Unternehmen zusätzlich.

Unter dem Strich setzt die beschleunigte Talfahrt der Generikapreise und –erlöse, die das AVWG und das GKV-WSG initiiert haben, die gesamte Branche seit Mai 2006 einem extremen Kostendruck aus. Sie muss wirksame Kostensenkungsprogramme entwickeln und realisieren, in deren Brennpunkt der Vertrieb und die Produktion stehen. Sie wird im erheblichen Umfang, vor allem aber im Vertrieb Beschäftigung abbauen. Dazu trägt auch die Fokussierung auf Key-Account-Strategien bei, die eine zwangsläufige Folge der Rabattverträge sind. Mehrere Unternehmen haben ihren Pharmaaußendienst mittlerweile drastisch reduziert bzw. sogar vollständig aufgelöst. Zudem droht auf längere Sicht die Verlagerung erheblicher Anteile der Arzneimittelproduktion in Billiglohnländer. Die Zeichen stehen bereits an der Wand: Ein größeren Generikahersteller hat angekündigt, bis Ende März 2008 mehr als 60% seiner Produktion nach Indien zu verlagern.

download Apotheken- und Herstellerabgabepreise in den einzelnen Segmenten des GKV-Marktes in Euro 2006/2007 (Januar - November) (pdf) (240.9 KB)

download Umsatzverteilung Erstanbieter/Generika im GKV-Markt Januar - November 2007 (pdf) (75.9 KB)

download Erlöseentwicklung der Hersteller in Mio. Euro 2007/2007 (Januar - November) (pdf) (34.4 KB)

Strukturkomponente

Die IMS Health-Strukturkomponentenstudie wird auf der Grundlage des Brutto-AVP berechnet, Hersteller- und Apothekenabschläge werden mithin ebenso nicht herausgerechnet wie die Arzneimittelzuzahlungen der Patienten. Ausgeklammert sind zudem die Entlastungen, die für die Krankenkassen aus Rabattverträgen nach § 130a Abs. 8 SGB V resultieren. Für die Studie ist der GKV-Markt in vier Segmente gegliedert worden (Segment 1: patentgeschützte Arzneimittel ohne Festbetrag; Segment 2: patentfreie Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz und ohne Festbetrag; Segment 3: patentfreie Arzneimittel mit Generikakonkurrenz, aber ohne Festbetrag; Segment 4: Festbetragsarzneimittel).

Die Analyse untersucht sowohl den Intramedikamenteneffekt (Umsatzveränderungen, die auf Verordnungsveränderungen beruhen, die die Packungsgröße, die Dosis/Wirkstärke oder die Darreichungsform identischer Präparate betreffen) als auch den Intermedikamenteneffekt (Umsatzveränderungen, die auf die Verordnung anderer Arzneimittel zurückzuführen sind; IMS Health untersucht dabei Verschiebungen innerhalb der vier Marktsegmente, zwischen den vier Marktsegmenten sowie zwischen Indikationsgruppen).

Die Ausgabensteigerungen (im 3. Quartal 2007 10,4% und im Zeitraum von Januar bis September 2007 6,6%), die die Krankenkassen zu verzeichnen haben, basieren in erster Linie auf der Strukturkomponente (Steigerungsraten: im 3. Quartal 2007 6,8% und im Zeitraum von Januar bis September 2007 5,6%). Hier schlagen nicht zuletzt die zunehmenden Ausgaben für die besonders teuren Spezialpräparate durch, für die die GKV 2006 5,2 Mrd. Euro aufgewandt hat (Arzneiverordnungsreport 2007 S. 13). Ausgabentreiber Nr. 2 ist der Mengenzuwachs (im 3. Quartal 2007 3,7% und im Zeitraum von Januar bis September 2007 2,8%).

Ausgaben dämpfend (- 1,9%) haben sich im Zeitraum vom Januar bis zum September 2007 lediglich die sinkenden Preise ausgewirkt. Diese Entlastungswirkung ist fast ausschließlich der Preisreduzierung der Generika zu verdanken. Der Preisrückgang in diesem Marktsegment ist umso bemerkenswerter, als die Generikahersteller unter dem Strich auch die Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte zum 01.01.2007 geschultert haben.

Auffällig ist, dass die sich die Steigerungsraten sowohl des Umsatzes als auch der Strukturkomponente als auch der Verordnungen im 3. Quartal 2007 erhöht haben, während die GKV in diesem Quartal nur noch marginal (0,1%) durch sinkende Arzneimittelpreise entlastet worden ist. Die Ausgaben treibenden Kräfte gewinnen im Laufe des Jahres also zusehends an Schwung.

download Strukturkomponente 2006/2007 (Januar - September) (pdf) (21.0 KB)

download Strukturkomponente Vergleichszeitraum 2006/2007 (3. Quartal) (pdf) (21.0 KB)

download Strukturkomponente im Marktsegment 1 "patentgeschützte Arzneimittel ohne Festbetrag" (pdf) (18.4 KB)

download Strukturkomponente im Marktsegment 2 "patentfreie Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz und ohne Festbetrag" (18.3 KB)

download Strukturkomponente im Marktsegment 3 "patentfreie Arzneimittel mit Generikakonkurrenz, aber ohne Festbetrag" (pdf) (18.2 KB)

4

download Strukturkomponente im Marktsegment 4 "Festbetragsarzneimittel" (pdf) (18.2 KB)

zurück

HOME | PRO GENERIKA | GENERIKA | PUBLIKATIONEN | PRESSE | LINKS | IMPRESSUM | DATENSCHUTZ
Seite drucken
letzte Änderungen: 17.1.2012 17:09