MÄRZ 2008
Kurzanalyse Entwicklung im GKV-Arzneimittelmarkt im
I. Quartal 2008 (Quelle: IMS)
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Kurzanalyse Marktdaten März 2008 (pdf) (27.6 KB)
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1. Umsatz (Netto-Apothekenverkaufspreis)
Im I. Quartal 2008 hat die GKV für die Arzneimittelversorgung netto, d.h. nach Abzug der Hersteller- und Apothekenabschläge, jedoch ohne Berücksichtigung von Patienten-zuzahlungen und Rückflüssen aus Rabattverträgen, rund 6,5 Mrd. Euro ausgegeben. Das entspricht einem Plus von 272 Mio. Euro (4,4%) gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Der Ausgabenzuwachs bei den GKV-Arzneimittelausgaben geht mit 415 Mio. Euro aus-schließlich auf das Konto der patentgeschützten Produkte und der Präparate ohne Generikakonkurrenz, deren Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 11,8% auf 3,9 Mrd. Euro gestiegen ist.
Der Umsatz im generikafähigen Markt ist hingegen um 143 Mio. Euro
(-5,3%) auf 2,6 Mrd. Euro gesunken. Die Umsatzsteigerung im Generikamarkt von 79 Mio. Euro (4,4%) auf 1,9 Mrd. Euro reichte nicht aus, um den Umsatzabsturz der patentfreien Erstanbieterprodukte von 222 Mio. Euro (-24,6%) auf 681 Mio. Euro zu kompensieren. Der Trend, dass die Generika ihren Umsatz ausweiten, hält somit an.

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Umsatzverteilung Netto-AVP März 08 (pdf) (57.7 KB)
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Umsatzentwicklung einzelne Segmente März 08 (pdf) (47.9 KB)
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2. Absatz
Der Absatz im GKV-Gesamtmarkt ist gegenüber dem I. Quartal 2007 um rund 2 Mio. Packungseinheiten (1,1%) auf 168 Mio. Packungseinheiten (PE) gestiegen. Diese Steigerung beruht fast ausschließlich auf dem Absatzzuwachs von knapp 2 Mio. PE (1,4%) auf nunmehr 119 Mio. PE im generikafähigen Markt. Während sich der Generikaabsatz um 7 Mio. PE (7,3%) auf 101 Mio. PE vergrößerte, war bei den patentfreien Erstanbieterprodukten erneut ein Absatzeinbruch von 5 Mio. PE
(-22,1%) auf 18 Mio. PE zu verzeichnen. Der Absatzzuwachs in diesem Marktsegment ist mithin allein den Generika geschuldet. Im Markt der patentgeschützten Arzneimittel/Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz bewegte sich der Absatz mit 49 Mio. PE auf dem Niveau des Vorjahresquartals.
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Absatzverteilung März 08 (pdf) (56.8 KB)
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3. Generikaquote
a) Absatz
Die Generikaquote im GKV-Gesamtmarkt lag im Untersuchungszeitraum konstant bei 60%. Das sind vier Prozentpunkte mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im generikafähigen Markt behauptete die Generikaquote ihr im Januar 2008 erreichtes Allzeithoch von 85%. (I. Quartal 2007: 84,6%).
b) Umsatz
Der Wertanteil der Generika beläuft sich im Untersuchungszeitraum auf 29% zum Netto-Apothekenverkaufspreis (Netto-AVP) und auf 22% zum Netto-Herstellerabgabepreis (Netto-HAP).
Generika decken also mit ihrem Verordnungsanteil von 60% die „Grundlast“ der GKV-Arzneimittelversorgung, verzehren aber nicht einmal 30% der finanziellen Ressourcen, die die Krankenkassen für die medikamentöse Versorgung ihrer Versicherten aufwenden.
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Generikaquote März 08 (pdf) (47.7 KB)
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4. Einsparvolumina
Generika haben die GKV im I. Quartal 2008 um 1,9 Mrd. Euro entlastet. Dieser Einsparbeitrag entspricht knapp 0,2 Beitragssatzpunkten. Die nicht ausgeschöpfte Effizienzreserve beträgt 340 Mio. Euro. Auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden die Einsparungen der GKV die Größenordnung von 7,8 Mrd. Euro erreichen. Das wäre ein neuer Einsparrekord, der den Krankenkassenbeitrag rechnerisch um fast 0,8 Beitragssatzpunkte verringert. Das nicht ausgeschöpfte Einsparpotential dürfte bei 1,4 Mrd. Euro liegen.
Das „offizielle“ Einsparvolumen von 1,9 Mrd. Euro im I. Quartal 2008 ergibt sich aus den Listenpreisen. Die tatsächliche Entlastung der GKV durch Generika geht indes deutlich darüber hinaus. Denn die GKV profitiert zudem von Rabattverträgen, die Krankenkassen nach § 130a Abs. 8 SGB V mit pharmazeutischen Unternehmern geschlossen haben. Sie zahlt letztlich Preise, die die Listenpreise generell (Sortimentsverträge) oder partiell (Wirkstoffverträge) unterschreiten. Rabattvertragspartner der Krankenkassen sind aber fast durchweg Generikahersteller. 98% der Arzneimittel, die im Rahmen von Rabattverträgen verordnet und abgegeben werden, sind nämlich Generika. Die zusätzlichen Einsparungen, die die GKV durch Rabattverträge erzielt haben, können derzeit jedoch nicht beziffert werden. Die Rabattkonditionen werden von den Vertragspartnern aus guten Gründen geheim gehalten, die die Rabatte deshalb auch bilateral und direkt miteinander abrechnen. Nach einer zum 01.07.2008 in Kraft tretenden Änderung des Kontenrahmens der GKV ist aber sichergestellt, dass zumindest das Gesamtvolumen der Rückflüsse aus den Rabattverträgen ab dem 2. Halbjahr 2008 im nächsten Jahr auf den Tisch kommt.

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Einsparvolumina März 08 (pdf) (55.8 KB)
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5. Entwicklung der Durchschnittspreise
Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg der Netto-Durchschnitts-AVP der patentgeschützten Arzneimittel/Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz im März 2008 um 8,12 Euro (11%) auf 81,71 Euro. Der durchschnittliche Netto-HAP dieser Produkte wuchs um 6,17 Euro (12,3%) auf 56,29 Euro. Ebenfalls erhöht haben sich die Netto-Durchschnittspreise für patentfreie Erstanbieterprodukte. Der AVP dieser Arzneimittel nahm um 6,21 Euro (19,9%) auf 37,40 Euro zu, ihr durchschnittlicher HAP um 4,80 Euro (26,7%) auf 22,80 Euro. Die Netto-Durchschnittpreise von Generika verringerten sich hingegen durchgängig: Ihr Netto-AVP sank um 0,60 Euro (3,1%) auf 18,87 Euro, ihr HAP ist um 0,78 Euro (3,7%) auf 8,99 Euro gefallen.
Der durchschnittliche Preisabstand zwischen patenfreien Erstanbieterprodukten und Generika betrug im März 2008 18,53 Euro (AVP) bzw. 13,91 Euro (HAP). Der Netto-
AVP patentfreier Erstanbieterprodukte ist demnach fast doppelt so hoch (+ 98,2%) wie derjenige der Generika.
Der durchschnittliche Netto-AVP einer GKV-Verordnung lag im März 2008 mit 39,18 um 0,47 Euro (1,25%) über dem Mittelwert vom März 2007.

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AVP und HAP einzelne Segmente März 08 (pdf) (56.6 KB)
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Umsatzverteilung Netto-HAP März 08 (pdf) (57.0 KB)
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6. Entwicklung der Erlöse (Preisbasis: Netto-HAP)
Im GKV-Markt erzielten die pharmazeutischen Unternehmen im I. Quartal 2008 einen Erlös von 4 Mrd. Euro. Mit 2,9 Mrd. Euro (67,4%) vereinnahmten die Hersteller patentgeschützter Arzneimittel/patenfreier Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz wiederum den Löwenanteil dieses Betrages. Sie konnten ihren Umsatz gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres dabei um 312 Mio. Euro (13,1%) steigern.
Den Herstellern patentfreier Erstanbieterprodukte flossen 416 Mio. Euro zu. Ihr Erlös schrumpfte somit gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 136 Mio. Euro Umsatz (-21,8%) .
Die Generikahersteller nahmen im I. Quartal 2008 893 Mio. Euro ein. Sie konnten ihre Erlöse um 41 Mio. Euro (4,9%) steigern. Dieser Mehrerlös dürfte primär auf den um 7,3% gestiegenen Absatz zurückzuführen sein, wobei die Steigungsrate des Absatzes die des Umsatzes um knapp 50% übertrifft. Auch diese Relation belegt, dass die Preiserosion im Generikamarkt anhält. Hinzu kommt, dass die Rabatte nach § 130a Abs. 8 SGB V den Erlös der Unternehmen zusätzlich schmälern.

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Erlösentwicklung März 08 (pdf) (42.2 KB)
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7. Strukturkomponente
a. Methodik
Die IMS HEALTH-Strukturkomponentenstudie wird auf der Grundlage des Brutto-AVP berechnet, Hersteller- und Apothekenabschläge werden mithin ebenso nicht herausgerechnet wie die Arzneimittelzuzahlungen der Patienten. Ausgeklammert sind zudem die Entlastungen, die für die Krankenkassen aus Rabattverträgen nach § 130a Abs. 8 SGB V resultieren. Für die Studie ist der GKV-Markt in vier Segmente gegliedert worden (Segment 1: patentgeschützte Arzneimittel ohne Festbetrag; Segment 2: patentfreie Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz und ohne Festbetrag; Segment 3: patentfreie Arzneimittel mit Generikakonkurrenz, aber ohne Festbetrag; Segment 4: Fest-betragsarzneimittel).
Die Analyse untersucht sowohl den Intramedikamenteneffekt (Umsatzveränderungen, die auf Verordnungsveränderungen beruhen, die die Packungsgröße, die Dosis/Wirkstärke oder die Darreichungsform identischer Präparate betreffen) als auch den Intermedikamenteneffekt (Umsatzveränderungen, die auf die Verordnung anderer Arznei-mittel zurückzuführen sind; IMS Health untersucht dabei Verschiebungen innerhalb der vier Marktsegmente, zwischen den vier Marktsegmenten sowie zwischen Indikations-gruppen).
b. im I. Quartal 2008 (Preisbasis: Brutto-AVP)
Auf der Basis des Brutto-AVP sind die Arzneimittelausgaben der Krankenkassen im I. Quartal 2008 gegenüber dem I. Quartal 2007 per Saldo um 361 Mio. Euro (5,3%) auf 7 Mrd. Euro gestiegen. Dieser Saldo schlüsselt sich wie folgt auf: Die Strukturkomponente, deren Steigerungsrate 6,1% beträgt, hat Mehrausgaben von 414 Mio. Euro bewirkt. Der Ausgabenanstieg geht mithin weit überwiegend auf ihr Konto. Mit großem Abstand fungiert der Mengenzuwachs in Höhe von 1%, der Mehrausgaben von 70 Mio. Euro verursacht hat, Ausgabentreiber Nr. 2.
Ausgaben dämpfend hat sich im Untersuchungszeitraum lediglich die um 1,8% gesunkene Preiskomponente ausgewirkt, die der GKV eine Entlastung von 123 Mio. Euro beschert hat. Die Detailanalysen der vier Marktsegmente belegen, dass der größte Druck auf die Arzneimittelausgaben der GKV (auch) im I. Quartal 2008 von den patentgeschützten Arzneimitteln und den patentfreien Arzneimitteln ohne Generikakonkurrenz und ohne Festbetrag ausgegangen ist.
Patentgeschützte Arzneimittel ohne Festbetrag:
Die Ausgaben sind um 331 Mio. Euro (23,7%) nach oben geschnellt. Dieser Zuwachs basiert sowohl auf der Struktur- als auch auf der Preis- als auch auf der Mengenkomponente. Die Strukturkomponente ist um 9,7% gestiegen, was zu Mehrausgaben von 136 Mio. Euro geführt hat. Der Verordnungsmengenzuwachs von 12,5% hat ein Ausgabenplus von 173 Mio. Euro bewirkt. Die um 1,6% gewachsene Preiskomponente hat die Arzneimittelausgaben der Krankenkassen von 22. Mio. Euro erhöht.
In diesem Marktsegment machen sich nach wie vor vor allem die kontinuierlich stei-genden Ausgaben für die besonders teuren Spezialpräparate bemerkbar. 2006 hat die GKV für diese Arzneimittel 5,2 Mrd. Euro aufgewandt (Arzneiverordnungsreport 2007 S. 13).
Patentfreie Arzneimittel ohne Festbetrag und ohne Generikakonkurrenz:
Die Strukturkomponente weist in diesem Marktsegment eine Wachstumsrate von 11,8% auf, was einer Ausgabenzunahme von 120 Mio. Euro entspricht. Der Absatz ist um 1,6% rückläufig, woraus Minderausgaben von 17 Mio. Euro resultieren. Der Anstieg der Preiskomponente um 2,6% spiegelt eine Ausgabenzunahme von 27 Mio. Euro wider.
Patentfreie Arzneimittel mit Generikakonkurrenz, aber ohne Festbetrag:
Der Ausgabenzuwachs belief sich auf 19 Mio. Euro 81,8%). Davon entfielen rund 5 Mio. Euro (0,5 Prozentpunkte) auf die Strukturkomponente. Die vom Faktor „Preis“ ausgehende Mehrbelastung der GKV belief sich in diesem Marktsegment auf 7 Mio. Euro (0,6%). Dem Mengenwachstum von 0,8% sind Mehrausgaben von 7 Mio. Euro geschuldet
Die Daten dieses Teilmarktes indizieren die Marktdynamik: Denn dieser zum generikafähigen Markt gehörende Teilmarkt stellt für die um- und absatzstarken Arzneimittel eine Übergangsphase dar, die sie nach Patentablauf und vor der Festsetzung eines Festbetrages durchlaufen. Der Erstanbieter senkt seinen Preis unmittelbar nach Patentablauf üblicherweise entweder gar nicht oder nur leicht, und der Preiswettbewerb im Generikamarkt strebt noch seiner höchsten Intensität entgegen. Der Absatzzuwachs deutet darauf hin, dass die Ärzte die betreffenden Arzneimittel nach dem Markteintritt preisgünstiger Generika häufiger verordnen.
Festbetragsmarkt:
Als Ausgabenbremse fungierte hingegen einmal mehr der Festbetragsmarkt. Hier ist der Umsatz im I. Quartal 2008 nämlich um 123 Mio. Euro (-3,8%) gesunken. Die wesentliche Ursache dafür ist das um 5,5% rückläufige Preisniveau, das mit Minderausgaben von 179 Millionen Euro zu Buche geschlagen hat. Diese gravierende Entlastung hat die Mehrausgaben von 24 Mio. Euro bei weitem übertroffen, die der Mengenzuwachs von 0,7% verursacht hat. Die Strukturkomponente hat gegenüber dem Vorjahresquartal Mehraufwendungen von 32 Mio. Euro (1%) bewirkt.
Da der Festbetragsmarkt die angestammte Domäne der Generika ist, sind die dargestellten Entlastungen fast ausschließlich ihnen zu verdanken.

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Strukturkomponente 1. Quartal 08 (pdf) (55.7 KB)
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Marktentwicklung_GKV-Gesamtmarkt 1. Quartal 08 (pdf) (448.6 KB)
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Entwicklung Marktsegment 1 im 1. Quartal 08 (pdf) (18.5 KB)
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Entwicklung Marktsegment 2 im 1. Quartal 08 (pdf) (18.4 KB)
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Entwicklung Marktsegment 3 im 1. Quartal 08 (pdf) (18.3 KB)
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Entwicklung Marktsegment 4 im 1. Quartal 08 (pdf) (18.2 KB)
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letzte Änderungen: 17.1.2012 17:09
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