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JANUAR 2008


Kurzanalyse Entwicklung im GKV-Arzneimittelmarkt im Januar 2008 (Quelle: IMS)

download Kurzanalyse Marktdaten Januar 2008 (pdf) (30.9 KB)

Umsatz - (Netto-Apothekenverkaufspreis)

Im Januar 2008 hat die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) für die Arzneimittelversorgung netto, d.h. nach Abzug der Hersteller- und Apothekenabschläge, jedoch ohne Berücksichtigung von Patientenzuzahlungen und Rückflüssen aus Rabattverträgen, rund 2,3 Mrd. Euro ausgegeben. Das entspricht einem Plus von 243 Mio. Euro (11,7%) gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Der Ausgabenzuwachs bei den GKV-Arzneimittelausgaben geht mit 229 Mio. Euro weit überwiegend auf das Konto der patentgeschützten Produkte und der Präparate ohne Generikakonkurrenz. Im Untersuchungszeitraum sind die Ausgaben der Krankenkassen für diese Arzneimittel nämlich gegenüber Januar 2007 um ganze 229 Mio. Euro (19,4%) auf 1,4 Mrd. Euro gestiegen.

Der Umsatz im generikafähigen Markt hat sich, entgegen der Entwicklung im gesamten Jahr 2007, im Januar 2008 erstmals wieder leicht um 14 Mio. Euro (1,6%) auf 914 Mio. Euro erhöht. Die Umsatzsteigerung im Generikamarkt von 73 Mio. Euro (12,2%) auf 669 Mio. Euro reichte erstmals aus, die Umsatzverluste der patentfreien Erstanbieterprodukte von 59 Mio. Euro (-19,3%) auf 244 Mio. Euro zu kompensieren.

Der Trend, dass der Markt der patentgeschützten Arzneimittel/Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz zu Lasten des generikafähigen Marktes wächst, ist im Januar 2008 vorerst gestoppt worden. Der Trend, dass Generika ihren Umsatzanteil im generikafähigen Markt ausweiten, hat sich hingegen ungebrochen fortgesetzt.

download Umsatzverteilung im GKV-Markt Netto AVP (pdf) (57.5 KB)

download Umsatzentwicklung in den einzelnen Segmenten Jan. 08 (pdf) (48.0 KB)

Absatz

Der Absatz im GKV-Gesamtmarkt ist um rund 5,2 Mio. Packungseinheiten (9,4%) auf jetzt 60 Mio. Packungseinheiten (PE) gestiegen. Der Generikaabsatz hat sich um 16,6 % auf 36 Mio. PE vergrößert. Dieser Mehrabsatz gleicht den Absatzrückgang der patent-freien Erstanbieterprodukte von - 16% auf 6 Mio. PE aus. Der Absatz im generika-fähigen Markt hat sich um 10% auf 42 Mio. PE erhöht. Im Markt der patentgeschützten Arzneimittel/Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz ist der Absatz um 8,1% auf 18 Mio. Packungseinheiten gestiegen.

download Absatzverteilung Jan 2008 (pdf) (56.5 KB)

Generikaquote

Die Generikaquote im GKV-Gesamtmarkt beläuft sich im Januar 2008 auf 60%. Das ist ein neues Allzeithoch, das um vier Prozentpunkte über dem Niveau des Januar 2007 liegt. Im generikafähigen Markt hat die Generikaquote mit 85% ebenfalls eine neue Höchstmarke gesetzt (Januar 2007: 80%).

download Generikaquote im GKV-Markt Jan 08 (pdf) (47.8 KB)

Einsparvolumina

Die Entlastung der GKV durch Generika hat im Januar 2008 einen Wert von 667 Millionen Euro (Basis: Netto-AVP) erreicht. Die nicht ausgeschöpfte Effizienzreserve beträgt 121 Millionen Euro.
Das „offizielle“ Einsparvolumen von 667 Millionen Euro im Januar 2008 ergibt sich aus den Listenpreisen. Die tatsächliche Entlastung der GKV durch Generika geht indes deutlich darüber hinaus. Denn die GKV profitiert zudem von Rabattverträgen, die Krankenkassen nach § 130a Abs. 8 SGB V mit pharmazeutischen Unternehmern geschlossen haben. Sie zahlt letztlich Preise, die die Listenpreise generell (Sortimentsverträge) oder partiell (Wirkstoffverträge) unterschreiten. Rabattvertragspartner der Krankenkassen sind aber fast durchweg Generikahersteller. Die zusätzlichen Einsparungen, die die GKV durch Rabattverträge erzielt haben, können jedoch nicht beziffert werden. Die Rabattkonditionen werden nämlich von den Vertragspartnern aus guten Gründen geheim gehalten, die die Rabatte deshalb auch bilateral und direkt miteinander abrechnen. Aus Transparenzgründen ist allerdings zu fordern, dass zumindest das Gesamtvolumen der Rückflüsse aus Rabattverträgen offen gelegt wird. Die zum 01.01.2008 in Kraft getretene Änderung des Kontenrahmens der GKV schafft die buchungstechnischen Voraussetzungen dafür, dass die Einnahmen aus Rabattverträgen qualifiziert werden können.

download Einsparvolumina Jan 2008 (pdf) (44.3 KB)

Entwicklung der Durchschnittspreise

Gegenüber Januar 2007 ist der Netto-Durchschnitts-AVP der patentgeschützten Arzneimittel/Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz um 6,04 Euro (8,2%) auf 79,82 Euro gestiegen. Der durchschnittliche Netto-Herstellerabgabepreis (HAP) dieser Produkte erhöhte sich um 4,65 Euro (9,2%) auf 54,94 Euro.
Der Netto-Durchschnittspreis für patentfreie Erstanbieterprodukte hat sich dem Vergleichsmonat des Vorjahres gegenüber ebenfalls durchgängig erhöht. Der AVP dieser Medikamente nahm um 5,60 Euro (17,5%) auf 37,60 Euro zu, ihr durchschnittlicher HAP um 4,74 Euro (26%) auf 22,94 Euro.
Auf der Ebene beider Bezugsgrößen haben sich hingegen die Netto-Durchschnittspreise von Generika verringert: Ihr AVP ist um 1,03 Euro (5,2%) auf 18,83 Euro im Januar 2008 gesunken, ihr HAP ist um 0,46 Euro (4,9%) auf 8,95 Euro gefallen.
Der durchschnittliche Preisabstand zwischen patentfreien Erstanbieterprodukten und Generika betrug im Januar 2008 18,77 Euro (AVP) bzw. 13,99 Euro (HAP). Der Netto-AVP patentfreier Erstanbieterprodukte ist demnach im Mittel doppelt so hoch (+ 99,7%) wie derjenige der Generika.
Der durchschnittliche Netto-AVP einer GKV-Verordnung lag im Januar 2008 mit 38,89 Euro um 0,58 Euro (1,5%) über dem Netto-AVP vom Januar 2007.


download AVP_HAP einzelne Segmente jan 08 (pdf) (56.8 KB)

download Umsatzverteilung im GKV-Markt Netto HAP Jan 08 (pdf) (56.7 KB)

Entwicklung der Erlöse (Preisbasis: Netto-HAP)

Die pharmazeutischen Unternehmer haben im Januar 2008 im GKV-Markt 1,43 Milliarden Euro erlöst.

Den Löwenanteil von knapp 966 Millionen Euro (67%) davon kassierten die Hersteller patentgeschützter Arzneimittel/patentfreier Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz. Sie steigerten ihren Umsatz gegenüber Januar 2007 um 166 Millionen Euro (20,8%).

Den Herstellern patentfreier Erstanbieterprodukte flossen 149 Millionen Euro zu, im Vergleich zum Januar 2007 verloren sie damit Umsätze von 36 Millionen Euro (- 19,6%).

Die Generikahersteller nahmen im Januar 2008 etwa 318 Millionen ein. Damit stiegen ihre Erlöse um 35 Millionen Euro (+ 12,4%) deutlich an. Dieser Mehrerlös dürfte vor allem auf den um 16,6% gestiegenen Absatz zurückzuführen sein, wobei die Steige-rungsrate des Absatzes die des Umsatzes um gut 25 % übertrifft. Auch diese Relation belegt, dass die Generikapreise weiterhin auf Talfahrt sind. Hinzu kommt, dass die Rabatte nach § 130a Abs. 8 SGB V den Erlös der Unternehmen zusätzlich schmälern.

download Erlösentwicklung der Hersteller Jan 08 (pdf) (42.2 KB)

Strukturkomponente

a. Methodik

Die IMS HEALTH-Strukturkomponentenstudie wird auf der Grundlage des Brutto-AVP berechnet, Hersteller- und Apothekenabschläge werden mithin ebenso nicht herausgerechnet wie die Arzneimittelzuzahlungen der Patienten. Ausgeklammert sind zudem die Entlastungen, die für die Krankenkassen aus Rabattverträgen nach § 130a Abs. 8 SGB V resultieren. Für die Studie ist der GKV-Markt in vier Segmente gegliedert worden (Segment 1: patentgeschützte Arzneimittel ohne Festbetrag; Segment 2: patentfreie Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz und ohne Festbetrag; Segment 3: patentfreie Arzneimittel mit Generikakonkurrenz, aber ohne Festbetrag; Segment 4: Festbetragsarzneimittel).

Die Analyse untersucht sowohl den Intramedikamenteneffekt (Umsatzveränderungen, die auf Verordnungsveränderungen beruhen, die die Packungsgröße, die Dosis/Wirkstärke oder die Darreichungsform identischer Präparate betreffen) als auch den Intermedikamenteneffekt (Umsatzveränderungen, die auf die Verordnung anderer Arzneimittel zurückzuführen sind; IMS Health untersucht dabei Verschiebungen innerhalb der vier Marktsegmente, zwischen den vier Marktsegmenten sowie zwischen Indikationsgruppen).

b. im Gesamtjahr 2007 (Preisbasis: Brutto-AVP)

Auf der Basis des Brutto-AVP sind die Arzneimittelausgaben der Krankenkassen im Jahr 2007 um 1,8 Milliarden Euro (7%) auf 28 Milliarden Euro gestiegen. Von diesen 1,8 Milliarden Euro entfallen 1,3 Milliarden Euro auf die Strukturkomponente, deren Steigerungsrate 5,1% beträgt. Der Ausgabenanstieg geht mithin weit überwiegend auf ihr Konto. Ausgabentreiber Nr. 2 ist der Mengenzuwachs in Höhe von 3,2%, der Mehrausgaben von 800 Millionen Euro verursacht hat. Ausgaben dämpfend hat sich 2007 lediglich das um 1,3% gesunkene Preisniveau ausgewirkt, das der GKV eine Entlastung von etwas mehr als 330 Millionen Euro beschert hat.

Die Einzelanalysen der vier Marktsegmente belegen, dass der größte Druck auf die Arzneimittelausgaben der GKV im Jahr 2008 von den patentgeschützten Arzneimitteln und den patentfreien Arzneimitteln ohne Generikakonkurrenz und ohne Festbetrag ausgegangen ist. In beiden Segmenten basieren die starken Umsatzzuwächse von 1,1 Milliarden Euro (19,6%) bzw. 800 Millionen Euro (19,8%) sowohl auf Mengenzuwächsen als auch auf der Preis- und der Strukturkomponente als auch auf der Mehrwertsteuererhöhung zum 01.01.2007:
Das um jeweils um 3,5% gestiegene Preisniveau hat Mehrausgaben von 194 Millionen Euro bzw. 147 Millionen Euro ausgelöst. Die Strukturkomponente ist um 7,5% bzw. um 11,2% gestiegen, was zu Mehrausgaben von 420 Millionen Euro (patentgeschützte Arzneimittel ohne Festbetrag) bzw. 465 Millionen Euro (patentfreie Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz und ohne Festbetrag) geführt hat. Die Verordnungsmengen haben um 8,6% bzw. 5% zugenommen. Daraus resultiert ein Ausgabenzuwachs von knapp 500 Millionen Euro bzw. etwa 200 Millionen Euro.
Bei den patentgeschützten Arzneimitteln machen sich wohl vor allem die kontinuierlich steigenden Ausgaben für die besonders teuren Spezialpräparate bemerkbar. 2006 hat die GKV für diese Arzneimittel 5,2 Milliarden Euro aufgewandt (Arzneiverordnungsreport 2007 S. 13).

Mehrausgaben von 400 Millionen Euro ergaben sich bei den patentfreien Arzneimitteln mit Generikakonkurrenz, aber ohne Festbetrag. Davon entfielen rund 144 Millionen Euro auf die Strukturkomponente. Die vom Faktor „Preis“ ausgehende Mehrbelastung der GKV belief sich in diesem Marktsegment auf lediglich 74 Millionen Euro. Dieser geringe Ausgabenzuwachs erklärt sich dadurch, dass mehrwertsteuerbedingte Preiserhöhungen größtenteils durch Preissenkungen aufgefangen worden sind. Dem Mengenwachstum von 3,3% sind Mehrausgaben von 182 Millionen Euro geschuldet.
Die Daten dieses Teilmarkts spiegeln die Marktdynamik wider: Denn dieses zum generikafähigen Markt gehörende Marktsegment stellt für die um- und absatzstarken Arzneimittel eine Übergangsphase dar, die sie nach Patentablauf und vor der Festsetzung eines Festbetrages durchlaufen. Der Erstanbieter senkt seinen Preis unmittelbar nach Patentablauf üblicherweise entweder gar nicht oder nur leicht, und der Preiswettbewerb im Generikamarkt strebt noch seiner höchsten Intensität entgegen. Der Absatzzuwachs deutet darauf hin, dass die Ärzte die betreffenden Arzneimittel nach dem Markteintritt preisgünstiger Generika häufiger verordnen.

Als Ausgabenbremse fungierte hingegen einmal mehr der Festbetragsmarkt. Hier ist der Umsatz im Jahr 2007 nämlich um ca. 422 Millionen Euro (- 3,4%) gesunken. Die wesentliche Ursache dafür ist das um 6,1% rückläufige Preisniveau, das mit Minderausgaben von 746 Millionen Euro zu Buche geschlagen hat. Diese gravierende Entlastung hat die Mehrausgaben von 317 Millionen Euro bei weitem übertroffen, die der Mengenzuwachs von 2,7% verursacht hat. Die Strukturkomponente ist im Festbetragsmarkt hingegen vernachlässigbar klein, sie spielt mit Mehraufwendungen von 7 Millionen Euro (0,1%) keine Rolle.

Da der Festbetragsmarkt die angestammte Domäne der Generika ist, sind die
dargestellten Entlastungen fast ausschließlich den Generika zu verdanken.
Ausweislich der auf die einzelnen Segmente des GKV-Arzneimittelmarkts herunter gebrochenen Strukturkomponentenstudie 2007 von IMS Health hat die Preiskomponente (+3,5%) im Marktsegment 1 „patentgeschützte Arzneimittel ohne Festbetrag“ Mehrausgaben von 194 Mio. Euro verursacht, im Marktsegment 2 „patentfreie Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz und ohne Festbetrag“ waren es bei einer Steigerungsrate von ebenfalls 3,5% 147 Mio. Euro. Diese Zuwächse beruhen partiell auf der Mehrwertsteuererhöhung zum 01.01.2007.
Im Marktsegment 3 „patentfreie Arzneimittel mit Generikakonkurrenz, aber ohne Festbetrag“ ist eine Preissteigerungsrate von + 1,8% zu verzeichnen. Im Marktsegment 4 „Festbetragsarzneimittel“ führten die massiven Preissenkungen der Hersteller per Saldo sogar zu einer negativen Preisentwicklung und Minderausgaben von 746 Mio. Euro.
Der GKV-Gesamtmarkt weist eine negative Preisentwicklung von 332 Mio. Euro aus, die primär den massiven Preissenkungen im Festbetragssegment zu verdanken ist. Diese Einsparungen sind weit überwiegend den Generika zu verdanken.

Die Folien zur Strukturkomponente finden Sie hier

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letzte Änderungen: 17.1.2012 17:09