FEBRUAR 2008
Kurzanalyse Entwicklung im GKV-Arzneimittelmarkt im Februar 2008 (Quelle: IMS)
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Kurzanalyse Marktdaten Februar 2008 (pdf) (28.9 KB)
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Umsatz - (Netto-Apothekenverkaufspreis)
Von Januar bis Februar 2008 hat die GKV für die Arzneimittelversorgung netto, d.h. nach Abzug der Hersteller- und Apothekenabschläge, jedoch ohne Berücksichtigung von Patientenzuzahlungen und Rückflüssen aus Rabattverträgen, rund 4,5 Mrd. Euro ausgegeben. Das entspricht einem Plus von 470 Mio. Euro (11,7%) gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Der Ausgabenzuwachs bei den GKV-Arzneimittelausgaben geht mit 449 Mio. Euro (95,5%) fast ausschließlich auf das Konto der patentgeschützten Produkte und der Präparate ohne Generikakonkurrenz. Im Untersuchungszeitraum sind die Ausgaben der Krankenkasse für diese Arzneimittel gegenüber dem Zeitraum vom Januar bis zum Februar 2007 um satte 19,9% auf 2,7 Mrd. Euro gestiegen.
Der Umsatz im generikafähigen Markt hat um 21 Mio. Euro (1,2%) auf insgesamt 1,8 Mrd. Euro zugenommen und sich damit weiter stabilisiert. Die Umsatzsteigerung im Generikamarkt von 134 Mio. Euro (11,5%) auf 1,3 Mrd. Euro reichte aus, um die Umsatzverluste der patentfreien Erstanbieterprodukte von 112 Mio. Euro (-19,2%) auf 472 Mio. Euro zu kompensieren. Der Trend, dass die Generika ihren Umsatzanteil im generikafähigen Markt stark ausweiten, hält somit an.

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Umsatzverteilung Generika AVP real Feb 08 (pdf) (57.5 KB)
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Umsatzentwicklung in den einzelnen Segmenten Feb 08 (pdf) (47.5 KB)
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Absatz
Der Absatz im GKV-Gesamtmarkt ist gegenüber dem Zeitraum Januar/Februar 2007 um rund 9 Mio. Packungseinheiten (+8,4%) auf jetzt 117 Mio. Packungseinheiten (PE) gestiegen. Der Absatz im generikafähigen Markt hat sich um 7 Mio. PE (+8,8%) auf 83 Mio. PE erhöht. Während sich der Generikaabsatz um 9 Mio. PE (+15,1 %) auf 70 Mio. PE vergrößerte, war bei den patentfreien Erstanbieterprodukten erneut ein Absatzabsturz von 2 Mio. PE (-16,6 %) auf 13 Mio. PE zu verzeichnen. Der Absatzzuwachs in diesem Marktsegment ist mithin allein den Generika geschuldet. Im Markt der patentgeschützten Arzneimittel/Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz stieg der Absatz um etwa 2 Mio. PE (7,5%) auf 34 Mio. PE.
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Absatzverteilung Feb 08 (pdf) (56.6 KB)
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Generikaquote
Die Generikaquote im GKV-Gesamtmarkt lag im Untersuchungszeitraum – wie bereits im Januar 2008 – bei 60%. Das sind vier Prozentpunkte mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im generikafähigen Markt behauptete die Generikaquote ihr im Januar 2008 erreichtes Allzeithoch von 85%. (Januar-Februar 2007: 80%).
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Generikaquote Feb 08 (pdf) (47.9 KB)
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Einsparvolumina
Generika haben die GKV schon im Februar um 1,4 Milliarden Euro entlastet. Dieser Einsparbeitrag entspricht etwas mehr als 0,1 Beitragssatzpunkten. Die nicht ausgeschöpfte Effizienzreserve beträgt 237 Millionen Euro. Auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden die Einsparungen der GKV die Größenordnung von 7,8 Milliarden Euro erreichen. Das wäre ein neues Allzeithoch, das den Krankenkassenbeitrag rechnerisch um fast 0,8 Beitragssatzpunkte verringert. Das nicht ausgeschöpfte Einsparpotential dürfte bei 1,4 Milliarden Euro liegen.
Das „offizielle“ Einsparvolumen von 1,4 Milliarden Euro im Januar/Februar 2008 ergibt sich aus den Listenpreisen. Die tatsächliche Entlastung der GKV durch Generika geht indes deutlich darüber hinaus. Denn die GKV profitiert zudem von Rabattverträgen, die Krankenkassen nach § 130a Abs. 8 SGB V mit pharmazeutischen Unternehmern geschlossen haben. Sie zahlt letztlich Preise, die die Listenpreise generell (Sortimentsverträge) oder partiell (Wirkstoffverträge) unterschreiten. Rabattvertragspartner der Krankenkassen sind aber fast durchweg Generikahersteller. 98% der Arzneimittel, die im Rahmen von Rabattverträgen verordnet und abgegeben werden, sind nämlich Generika. Die zusätzlichen Einsparungen, die die GKV durch Rabattverträge erzielt haben, können derzeit jedoch nicht beziffert werden. Die Rabattkonditionen werden nämlich von den Vertragspartnern aus guten Gründen geheim gehalten, die die Rabatte deshalb auch bilateral und direkt miteinander abrechnen. Nach einer zum 01.01.2008 in Kraft getretenen Änderung des Kontenrahmens der GKV ist aber sichergestellt, dass zumindest das Gesamtvolumen der Rückflüsse aus den Rabattverträgen des Jahres 2008 im nächsten Jahr auf den Tisch kommt.

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Einsparvolumina Feb 08 (pdf) (55.7 KB)
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Entwicklung der Durchschnittspreise
Gegenüber dem Februar 2007 stieg der Netto-Durchschnitts-AVP der patentgeschützten Arzneimittel/Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz im Februar 2008 um 5,91 Euro (8,1%) auf 79,09 Euro. Der durchschnittliche Netto-Herstellerabgabepreis (HAP) dieser Produkte wuchs um 4,57 Euro (9,18%) auf 54,38 Euro. Ebenfalls erhöht haben sich die Netto-Durchschnittspreise für patentfreie Erstanbieterprodukte. Der AVP dieser Arzneimittel nahm um 5,63 Euro (17,9%) auf 37,13 Euro zu, ihr durchschnittlicher HAP um 4,53 Euro (25%) auf 22,63 Euro. Die Netto-Durchschnittpreise von Generika verringerten sich hingegen durchgängig: Ihr Netto-AVP sank um 0,99 Euro (5,4%) auf 18,41 Euro, ihr HAP ist um 0,50 Euro (5,7%) auf 8,71 Euro gefallen.
Der durchschnittliche Preisabstand zwischen patenfreien Erstanbieterprodukt und Generika betrug im Februar 2008 18,72 Euro (AVP) bzw. 13,92 Euro (HAP). Der Netto-AVP patentfreier Erstanbieterprodukte ist demnach fast doppelt so hoch (+ 98,3%) wie derjenige der Generika.
Der durchschnittliche Netto-AVP einer GKV-Verordnung lag im Februar 2008 mit 38,08 um 0,47 Euro (1,25%) über dem Mittelwert vom Februar 2007.

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AVP_HAP einzelne Segmente Feb 08 (pdf) (56.7 KB)
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Umsatzverteilung Generika HAP real Feb 08 (pdf) (56.7 KB)
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Entwicklung der Erlöse (Preisbasis: Netto-HAP)
Im GKV-Markt erzielten die pharmazeutischen Unternehmen im Zeitraum Januar bis Februar 2008 einen Erlös von 2,76 Mrd. Euro. Mit 1,86 Mrd. Euro (67,4%) vereinnahmten die Hersteller patentgeschützter Arzneimittel/ patenfreier Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz wiederum den Löwenanteil dieses Betrages. Sie konnten ihren Umsatz gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres dabei um 326 Mio. Euro
(+ 21,3%) steigern.
Den Herstellern von patentfreien Erstanbieterprodukten flossen 288 Mio. Euro zu. Sie verloren somit gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres 69 Mio. Euro Umsatz (-19,3%) .
Die Generikahersteller nahmen im Zeitraum vom Januar bis zum Februar 2008 615 Mio. Euro ein. Sie konnten ihre Erlöse um 65 Mio. Euro (11,8%) steigern. Dieser Mehrerlöse dürfte primär auf den um 15,1% gestiegenen Absatz zurückzuführen sein, wobei die Steigungsrate des Absatzes die des Umsatzes um gut 22% übertrifft. Auch diese Rela-tion belegt, dass die Generikapreise weiterhin sinken. Hinzu kommt, dass die Rabatte nach § 130a Abs. 8 SGB V den Erlös der Unternehmen zusätzlich schmälern.

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Erlösentwicklung der Hersteller Feb 08 (pdf) (39.7 KB)
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Strukturkomponente
a. Methodik
Die IMS HEALTH-Strukturkomponentenstudie wird auf der Grundlage des Brutto-AVP berechnet, Hersteller- und Apothekenabschläge werden mithin ebenso nicht herausgerechnet wie die Arzneimittelzuzahlungen der Patienten. Ausgeklammert sind zudem die Entlastungen, die für die Krankenkassen aus Rabattverträgen nach § 130a Abs. 8 SGB V resultieren. Für die Studie ist der GKV-Markt in vier Segmente gegliedert worden (Segment 1: patentgeschützte Arzneimittel ohne Festbetrag; Segment 2: patentfreie Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz und ohne Festbetrag; Segment 3: patentfreie Arzneimittel mit Generikakonkurrenz, aber ohne Festbetrag; Segment 4: Festbetragsarzneimittel).
Die Analyse untersucht sowohl den Intramedikamenteneffekt (Umsatzveränderungen, die auf Verordnungsveränderungen beruhen, die die Packungsgröße, die Dosis/Wirkstärke oder die Darreichungsform identischer Präparate betreffen) als auch den Intermedikamenteneffekt (Umsatzveränderungen, die auf die Verordnung anderer Arzneimittel zurückzuführen sind; IMS Health untersucht dabei Verschiebungen innerhalb der vier Marktsegmente, zwischen den vier Marktsegmenten sowie zwischen Indikationsgruppen).
b. im Gesamtjahr 2007 (Preisbasis: Brutto-AVP)
Auf der Basis des Brutto-AVP sind die Arzneimittelausgaben der Krankenkassen im Jahr 2007 um 1,8 Milliarden Euro (7%) auf 28 Milliarden Euro gestiegen. Von diesen 1,8 Milliarden Euro entfallen 1,3 Milliarden Euro auf die Strukturkomponente, deren Steigerungsrate 5,1% beträgt. Der Ausgabenanstieg geht mithin weit überwiegend auf ihr Konto. Ausgabentreiber Nr. 2 ist der Mengenzuwachs in Höhe von 3,2%, der Mehrausgaben von 800 Millionen Euro verursacht hat. Ausgaben dämpfend hat sich 2007 lediglich das um 1,3% gesunkene Preisniveau ausgewirkt, das der GKV eine Entlastung von etwas mehr als 330 Millionen Euro beschert hat.
Die Einzelanalysen der vier Marktsegmente belegen, dass der größte Druck auf die Arzneimittelausgaben der GKV im Jahr 2008 von den patentgeschützten Arzneimitteln und den patentfreien Arzneimitteln ohne Generikakonkurrenz und ohne Festbetrag ausgegangen ist. In beiden Segmenten basieren die starken Umsatzzuwächse von 1,1 Milliarden Euro (19,6%) bzw. 800 Millionen Euro (19,8%) sowohl auf Mengenzuwächsen als auch auf der Preis- und der Strukturkomponente als auch auf der Mehrwertsteuererhöhung zum 01.01.2007:
Das um jeweils um 3,5% gestiegene Preisniveau hat Mehrausgaben von 194 Millionen Euro bzw. 147 Millionen Euro ausgelöst. Die Strukturkomponente ist um 7,5% bzw. um 11,2% gestiegen, was zu Mehrausgaben von 420 Millionen Euro (patentgeschützte Arzneimittel ohne Festbetrag) bzw. 465 Millionen Euro (patentfreie Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz und ohne Festbetrag) geführt hat. Die Verordnungsmengen haben um 8,6% bzw. 5% zugenommen. Daraus resultiert ein Ausgabenzuwachs von knapp 500 Millionen Euro bzw. etwa 200 Millionen Euro.
Bei den patentgeschützten Arzneimitteln machen sich wohl vor allem die kontinuierlich steigenden Ausgaben für die besonders teuren Spezialpräparate bemerkbar. 2006 hat die GKV für diese Arzneimittel 5,2 Milliarden Euro aufgewandt (Arzneiverordnungsreport 2007 S. 13).
Mehrausgaben von 400 Millionen Euro ergaben sich bei den patentfreien Arzneimitteln mit Generikakonkurrenz, aber ohne Festbetrag. Davon entfielen rund 144 Millionen Euro auf die Strukturkomponente. Die vom Faktor „Preis“ ausgehende Mehrbelastung der GKV belief sich in diesem Marktsegment auf lediglich 74 Millionen Euro. Dieser geringe Ausgabenzuwachs erklärt sich dadurch, dass mehrwertsteuerbedingte Preiserhöhungen größtenteils durch Preissenkungen aufgefangen worden sind. Dem Mengenwachstum von 3,3% sind Mehrausgaben von 182 Millionen Euro geschuldet.
Die Daten dieses Teilmarkts spiegeln die Marktdynamik wider: Denn dieses zum generikafähigen Markt gehörende Marktsegment stellt für die um- und absatzstarken Arzneimittel eine Übergangsphase dar, die sie nach Patentablauf und vor der Festsetzung eines Festbetrages durchlaufen. Der Erstanbieter senkt seinen Preis unmittelbar nach Patentablauf üblicherweise entweder gar nicht oder nur leicht, und der Preiswettbewerb im Generikamarkt strebt noch seiner höchsten Intensität entgegen. Der Absatzzuwachs deutet darauf hin, dass die Ärzte die betreffenden Arzneimittel nach dem Markteintritt preisgünstiger Generika häufiger verordnen.
Als Ausgabenbremse fungierte hingegen einmal mehr der Festbetragsmarkt. Hier ist der Umsatz im Jahr 2007 nämlich um ca. 422 Millionen Euro (- 3,4%) gesunken. Die wesentliche Ursache dafür ist das um 6,1% rückläufige Preisniveau, das mit Minderausgaben von 746 Millionen Euro zu Buche geschlagen hat. Diese gravierende Entlastung hat die Mehrausgaben von 317 Millionen Euro bei weitem übertroffen, die der Mengenzuwachs von 2,7% verursacht hat. Die Strukturkomponente ist im Festbetragsmarkt hingegen vernachlässigbar klein, sie spielt mit Mehraufwendungen von 7 Millionen Euro (0,1%) keine Rolle.
Da der Festbetragsmarkt die angestammte Domäne der Generika ist, sind die
dargestellten Entlastungen fast ausschließlich den Generika zu verdanken.
Ausweislich der auf die einzelnen Segmente des GKV-Arzneimittelmarkts herunter gebrochenen Strukturkomponentenstudie 2007 von IMS Health hat die Preiskomponente (+3,5%) im Marktsegment 1 „patentgeschützte Arzneimittel ohne Festbetrag“ Mehrausgaben von 194 Mio. Euro verursacht, im Marktsegment 2 „patentfreie Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz und ohne Festbetrag“ waren es bei einer Steigerungsrate von ebenfalls 3,5% 147 Mio. Euro. Diese Zuwächse beruhen partiell auf der Mehrwertsteuererhöhung zum 01.01.2007.
Im Marktsegment 3 „patentfreie Arzneimittel mit Generikakonkurrenz, aber ohne Festbetrag“ ist eine Preissteigerungsrate von + 1,8% zu verzeichnen. Im Marktsegment 4 „Festbetragsarzneimittel“ führten die massiven Preissenkungen der Hersteller per Saldo sogar zu einer negativen Preisentwicklung und Minderausgaben von 746 Mio. Euro.
Der GKV-Gesamtmarkt weist eine negative Preisentwicklung von 332 Mio. Euro aus, die primär den massiven Preissenkungen im Festbetragssegment zu verdanken ist. Diese Einsparungen sind weit überwiegend den Generika zu verdanken.
Die Folien zur Strukturkomponente finden Sie hier
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letzte Änderungen: 17.1.2012 17:09
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