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Dezember 2008


Kurzanalyse Entwicklung im GKV-Arzneimittelmarkt im Zeitraum Januar - Dezember 2008


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1. Umsatz (Netto-Apothekenverkaufspreis) - Datenbasis: IMS HEALTH

Im Jahr 2008 hat die GKV für die Arzneimittelversorgung netto, d.h. nach Abzug der Hersteller- und Apothekenabschläge, jedoch ohne Berücksichtigung von Patientenzuzahlungen und Rückflüssen aus Rabattverträgen, 27,320 Mrd. Euro ausgegeben. Das entspricht einem Plus von 1,535 Mrd. Euro (6%) gegenüber dem Vorjahr. Die um die Zuzahlungen und die Arzneimittelrabatte bereinigten tatsächlichen Arzneimittelausgaben der Krankenkassen dürften um etwa 1,7 Mrd. Euro bis 2 Mrd. Euro niedriger liegen (Zuzahlungsvolumen 2007 laut BKK-Bundesverband: 1,7 Mrd. Euro.)

Der Ausgabenzuwachs setzt sich per Saldo aus Mehrausgaben von 1,831 Mrd. Euro für patentgeschützte Produkte und Präparate ohne Generikakonkurrenz und Minderausgaben von 296 Mio. Euro im generikafähigen Markt zusammen. Der Umsatz der patentgeschützten Pro-dukte und der Präparate ohne Generikakonkurrenz ist gegenüber dem Jahr 2007 um 12,8% auf 16,176 Mrd. Euro gestiegen. Der Umsatz im generikafähigen Markt ist hingegen um 2,6% auf 11,144 Mrd. Euro geschrumpft. Der Umsatz im Generikamarkt ist zwar um 553 Mio. Euro (7,6%) auf 7,813 Mrd. Euro gestiegen, dieser Zuwachs reichte allerdings nicht aus, um den Umsatzabsturz der patentfreien Erstanbieterprodukte von 849 Mio. Euro (20,3%) auf 3,332 Mrd. Euro zu kompensieren. Der Trend, dass Generika ihre Marktposition zu Lasten der patentfreien Erstanbieterprodukte ausbauen, hat somit auch 2008 angehalten.

Der Umsatzanteil der patentgeschützten Arzneimittel/Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz betrug im Jahr 2008 59% (2007: 61%). Dieser Entwicklung korrespondierend stieg der Wertanteil der generikafähigen Arzneimittel um zwei Prozentpunkte auf nunmehr 41%.

download Umsatzverteilung Netto-AVP_Jan-Dez 08 (pdf) (89.9 KB)

download Umsatzentwicklung einzelne Segmente_Jan-Dez 08 (pdf) (77.0 KB)

2. Absatz - Datenbasis: IMS HEALTH

Der Absatz im GKV-Gesamtmarkt hat sich gegenüber dem Vorjahr um ca. 17 Mio. Packungseinheiten (PE) auf 666 Mio. PE erhöht. Dies entspricht einem Zuwachs von 12,6%. Er beruht überwiegend auf dem Mehrabsatz von 14 Mio. PE (3%) im generikafähigen Markt. In diesem Marktsegment wurden im Jahr 2008 482 Mio. PE verordnet und abgegeben. Während sich der Generikaabsatz um 31 Mio. PE (8,3%) auf 410 Mio. PE vergrößerte, war bei den patentfreien Erstanbieterprodukten erneut ein Mengeneinbruch zu verzeichnen. Der Absatz dieser Arzneimittel ging um 17 Mio. PE (19,5%) auf 73 Mio. PE zurück. Der Absatzzuwachs in diesem Marktsegment ist mithin allein den Generika geschuldet. Ihr starkes Mengenwachstum deutet darauf hin, dass erst Generika Ärzte in die Lage versetzen, alle Patienten leit-liniengerecht mit dem jeweiligen Wirkstoff zu versorgen. Im Markt der patentgeschützten Arzneimittel/Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz stieg der Absatz gegenüber dem Vorjahr um 3 Mio. PE (1,6%) auf 183 Mio. PE.

Der Absatzanteil der patentgeschützten Arzneimittel/Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz belief sich 2008 auf 28%, er unterschritt den Wert des Vorjahres damit um zweiein-halb Prozentpunkte. Demgegenüber wuchs der Absatzanteil der generikafähigen Arzneimittel um zweieinhalb Prozentpunkte auf jetzt 72%.

download Absatzverteilung_Jan-Dez 08 (pdf) (89.2 KB)

3. Generikaquoten - Datenbasis: IMS HEALTH

a) Absatz

Die Generikaquote im GKV-Gesamtmarkt hat den neuen Rekordwert von 62% erreicht. Das sind knapp vier Prozentpunkte mehr als 2007. Im generikafähigen Markt ist mit 85,1% ebenfalls ein neues Allzeithoch zu verzeichnen. (2007: 82,4%).

b) Umsatz
Der Wertanteil der Generika beläuft sich im Jahr 2008 auf 29% (2007: 28%) zum Netto-Apothekenverkaufspreis (Netto-AVP) und auf 22% (2007: 22%) zum Netto-Herstellerabgabepreis (Netto-HAP).
Generika decken also mit ihrem Verordnungsanteil von knapp zwei Dritteln die „Grundlast“ der GKV-Arzneimittelversorgung, verbrauchen aber deutlich weniger als ein Drittel der finanziellen Ressourcen, die die Krankenkassen für die Pharmakotherapie ihrer Versicherten aufwenden.

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4. Einsparvolumina - Datenbasis: IMS HEALTH

Generika haben die GKV 2008 um sage und schreibe 10,999 Mrd. Euro entlastet. Das ist ein neuer Einsparrekord, der den Krankenkassenbeitrag rechnerisch um etwas mehr als einen vollen Beitragssatzpunkt verringert hat. Das nicht ausgeschöpfte Einsparpotential beträgt 1,948 Mrd. Euro. Der Effizienzgewinn der GKV im Generikamarkt beruht auf der stetigen Zunahme der Verordnung und Abgabe von Generika einerseits (vgl. Tz. 2) und der Preisdifferenz zwischen patentfreien Erstanbieterprodukten und Generika andererseits (vgl. Tz. 5).

Das Einsparvolumen von 10,999 Mrd. Euro sich aus den Listenpreisen. Die tatsächliche Entlastung der GKV durch Generika geht indes um einiges darüber hinaus. Denn die GKV profitiert zudem von Rabattverträgen, die Krankenkassen nach § 130a Abs. 8 SGB V mit pharmazeutischen Unternehmern geschlossen haben. Sie zahlt letztlich Preise, die die Listenpreise generell (Sortimentsverträge) oder partiell (Wirkstoffverträge) unterschreiten. Rabattvertragspartner der Krankenkassen sind aber fast durchweg Generikahersteller. 97,7% der Arzneimittel, die im Rahmen von Rabattverträgen verordnet und abgegeben werden, sind nämlich Generika (vgl. Tz 9). Die zusätzlichen Einsparungen, die die GKV durch Rabattverträge erzielt haben, können derzeit jedoch nicht beziffert werden. Die Rabattkonditionen werden von den Vertragspartnern aus guten Gründen geheim gehalten, die die Rabatte deshalb auch bilateral und direkt miteinander abrechnen. Nach einer zum 01.07.2008 in Kraft getretenen Änderung des Kontenrahmens der GKV ist aber sichergestellt, dass zumin-dest das Gesamtvolumen der Rückflüsse aus den Rabattverträgen ab dem 2. Halbjahr 2008 mit den Jahresrechnungen der Krankenkassen 2008 im Mai/Juni 2009 auf den Tisch kommt.

download Einsparvolumina_Jan-Dez 08 (pdf) (79.1 KB)

5. Entwicklung der Durchschnittspreise (Dezember 2007/Dezember 2008) - Datenbasis: IMS HEALTH

Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg der Netto-Durchschnitts-AVP der patentgeschützten Arzneimittel/Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz im Dezember 2008 um 1,28 Euro (1,5%) auf 88,19 Euro. Der durchschnittliche Netto-HAP dieser Produkte wuchs weitaus stärker um 5,91 Euro (10,6%) auf 61,70 Euro. Ebenfalls deutlich erhöht haben sich die Netto-Durchschnittspreise patentfreier Erstanbieterprodukte. Der AVP dieser Arzneimittel nahm um 3,89 Euro (9,4%) auf 45,21 Euro, ihr durchschnittlicher HAP um 6,39 Euro (28,93%) auf 27,23 Euro zu. Die Netto-Durchschnittpreise der Generika sind hingegen gesunken: Ihr AVP ging um 2,67 Euro (12,4%) auf 18,78 Euro, ihr HAP um 0,14 Euro (1,5%) auf 8,91 Euro zu-rück.

Der durchschnittliche Netto-Preisabstand zwischen patenfreien Erstanbieterprodukten und Generika betrug im Dezember 2008 26,43 Euro (AVP) bzw. 20,02 Euro (HAP). Der Netto-AVP patentfreier Erstanbieterprodukte ist demnach mehr als doppelt so hoch (140,7%) wie der-jenige der Generika.

Der durchschnittliche Netto-AVP einer GKV-Verordnung lag im Dezember 2008 mit 40,15 Euro um 3,09 Euro (7,1%) unter dem Mittelwert des Vorjahresmonats (43,23 Euro).

download AVP und HAP einzelne Segmente_Jan-Dez 08 (pdf) (65.0 KB)

download Umsatzverteilung Netto-HAP_Jan-Dez 08 (pdf) (83.7 KB)

6. Entwicklung der Erlöse (Preisbasis: Netto-HAP) - Datenbasis: IMS HEALTH

Im GKV-Markt erzielten die pharmazeutischen Unternehmen 2008 einen Erlös von 17,125 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Zuwachs von 7,2%. Mit 11,273 Mrd. Euro (66%) kassierten die Hersteller patentgeschützter Arzneimittel/patenfreier Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz wiederum den Löwenanteil dieses Betrages. Sie konnten ihren Erlös gegenüber dem Vorjahr um 1,153 Mrd. Euro (14,3%) steigern.

Den Herstellern patentfreier Erstanbieterprodukte flossen 2,130 Mrd. Euro zu. Ihr Erlös schrumpfte somit gegenüber 2007 um 528 Mio. Euro (19,8%).

Die Generikahersteller nahmen 2008 3,721 Mrd. Euro ein. Sie konnten ihre Erlöse um 268 Mio. Euro (7,8%) steigern. Dieser Mehrerlös ist primär auf den um 8,3% gewachsenen Absatz zurückzuführen, wobei die Steigungsrate des Absatzes die des Umsatzes um 6,1% übertrifft. Auch diese Relation belegt, dass die Preiserosion im Generikamarkt anhält. Hinzu kommt, dass die Erlöse der Unternehmen um die nach wie vor nicht bezifferbaren Rabatte bereinigt werden müssen. Der Erlöszuwachs von 268 Mio. Euro wäre jedenfalls dann be-reits komplett aufgezehrt, wenn die Generikahersteller den Krankenkassen auf ihr gesamtes Sortiment einen Rabatt von 7,2% auf den HAP eingeräumt hätten.

download Erlösentwicklung_Jan-Dez 08 (pdf) (73.6 KB)

7. Wertschöpfungsanteile im Generikamarkt (Dezember 2008)

Ohne Berücksichtigung des Hersteller- und Apothekenabschlags sowie der Arzneimittelzuzahlungen der Patienten haben die Krankenkassen für ein Generikum im Dezember 2008 im Mittel 21,60 Euro bezahlt (durchschnittlicher Brutto-AVP). Wenn es sich bei diesem Durchschnittswert um den Preis eines einzelnen Produktes handelte, erlöste der Hersteller brutto 8,95 Euro. Sein Wertschöpfungsanteil beliefe sich demnach auf 41,4%. Von den verblei-benden 12,65 Euro entfielen 9,20 Euro auf den Großhandels- und den Apothekenzuschlag (Wertschöpfungsanteil: 42,6%) sowie 3,45 Euro auf die Mehrwertsteuer (Wertschöpfungsanteil: 16%).

download Wertschöpfungsanteile_Jan-Dez 08 (pdf) (78.7 KB)

8. Zuzahlungsfreistellungen (Dezember 2007/Dezember 2008)
- Datenbasis: INSIGHT HEALTH


Im Dezember 2008 waren 10.338 Arzneimittel von der Zuzahlung freigestellt. Damit hat die Anzahl dieser Produkte gegenüber dem Vorjahresmonat um 1.960 Präparate (15,9%) verringert. Dieser Rückgang geht in erster Linie auf das Konto der überzogenen Festbetragspolitik der Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen, die zum 1. Juni 2008 die Festbeträge (das sind die Höchstpreise, die die Kassen für die betreffenden Arzneimittel zahlen) für 59 und die Zuzahlungsfreistellungsgrenzen für 47 Festbetragsgruppen im Mittel um 30% gesenkt haben. Die aktuellen Festbeträge bewegen sich daher vielfach auf dem Level der bis Mai 2008 geltenden Zuzahlungsfreistellungsgrenzen, die neuen Zuzahlungsfreistellungslinien unterschreiten die neuen Festbeträge nochmals um mindestens 30 Prozent. Viele Hersteller konnten diese Vorgaben aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht mehr erfüllen und haben ihre Preise nicht auf die neuen Festbeträge bzw. Zuzahlungsfreistellungsgrenzen verringert. Patienten, denen ihr Arzt weiterhin diese Arzneimittelverordnet, müssen die Differenz zwischen Festbetrag und Apothekenabgabepreis aus der eigenen Tasche bezahlen (Aufzahlung).

Die betroffenen Unternehmen haben mit ihrer Preispolitik ein deutliches Signal gesandt, dass die Spitzenverbände der Krankenkassen mit ihrem brachialen Vorgehen den Bogen bei der jüngsten Festbetrags- und Zuzahlungsfreistellungsanpassung überspannt haben. Wenn sich die GKV nicht alsbald eines Besseren besinnt, wird sie das bislang sehr effektive und marktnahe Ausgabensteuerungsinstrument „Festbetrag“ rasch weitestgehend aushöhlen. Denn sie kann das für sie kurzfristig lohnende Spiel, den Festbetrag immer wieder auf die Höhe der jeweiligen Zuzahlungsfreistellungsgrenze zu senken, mit jedem Wirkstoff nur sehr wenige Male spielen. Will sie - wie jetzt - zuviel, läuft sie Gefahr, wenig oder gar nichts zu bekommen. Die Zeche für eine solche verfehlte Preispolitik zahlen allerdings nicht die Krankenkassen, sondern die Patienten.

Auf die von der Zuzahlung freigestellten Medikamente entfiel im Dezember 2008 ein Absatzanteil von 18,3% des GKV-Marktes. Das waren 3,9 Prozentpunkte weniger als im Dezember 2007 und sogar 5 Prozentpunkte weniger als im Mai 2008. Von der Zuzahlung freigestellte Arzneimittel erzielten im GKV-Markt Umsatzanteile von 11,5% (AVP) bzw. 9,2% (HAP). Dies entspricht Einbußen von 2,9 Prozentpunkten (AVP) bzw. 2,5 Prozentpunkten (HAP) gegenüber dem Vorjahresmonat.

Bei fast allen von der Zuzahlung freigestellten Arzneimitteln handelte es sich um Generika; auf sie entfielen mit 10.006 freigestellten Produkten satte 96,8% der zuzahlungsfreien Arzneimittel. Gegenüber dem Dezember 2007 hat sich die Anzahl von der Zuzahlung freigestellter Generika aus den bereits genannten Gründen indes um 1.788 Produkte (15,2%) verringert, gegenüber dem Stand vom Mai 2008 ist noch immer ein starker Rückgang der Anzahl zuzahlungsfreier Generika um 22,5% von 12.907 auf jetzt 10.006 zu konstatieren. Derzeit ist ein Viertel (24,6%) aller aktiven generischen Handelsformen zuzahlungsfrei, im Mai 2008 war es noch fast ein Drittel (32,1%).

Die pharmazeutisch hochwertigen sicheren bewährten und preisgünstigen Generika entlasten also nicht nur die GKV in einem bislang nie dagewesenen Umfang (vgl. Tz 4), sondern sie schonen nach wie vor auch noch den Geldbeutel der Versicherten.

download Zuzahlungsfreie AM_Jan-Dez 08 (pdf) (70.8 KB)

9. Rabattverträge (Dezember 2007/Dezember 2008) - Datenbasis: INSIGHT HEALTH


a) Rabattvertragsvolumen, Vertragspartner

Im Dezember 2008 bestanden 5.777 Rabattverträge, an denen 215 Krankenkassen und 116 pharmazeutische Unternehmer beteiligt waren; im Vorjahresmonat existierten 3.194 Ver-einbarungen nach § 130a Abs. 8 SGB V, deren Partner 241 Krankenkassen und 64 pharmazeutische Unternehmer waren. Demnach hat sich die Anzahl der pharmazeutischen Unternehmer, die mit Krankenkassen kontrahiert hatten, gegenüber Dezember 2007 um 81,3% erhöht. Die Anzahl der Rabattverträge nahm um 2.583 Vereinbarungen (80,9%) zu.

Gegenstand der 5.777 Rabattverträge waren 28.506 aktive Handelsformen, deren Anzahl sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6.962 Produkte (32,3%) erhöhte. Auf der Basis der Pharmazentralnummer (PZN) waren im Dezember 2008 2.088.933 Rabatte zu verzeichnen, was einem Plus von 883.264 Rabatten (73,3%) entspricht. Mithin existierten in diesem Monat jede aktive Handelsform durchschnittlich 72,4 Rabatte (Dezember 2007: 56).


b) Rabatte auf Generika

2.028.804 Rabatte betrafen Generika, das waren 843.655 Rabatte (71,2%) mehr als im Dezember 2007. Der Generikaanteil am Rabattgesamtvolumen hat sich gleichwohl um 1,2 Prozentpunkte auf 97,1% verringert. Mit 1.672.495 Rabatten entfiel das Gros der Rabatte (82,4%) auf Generika, die mit einem Festbetrag belegt waren. Gegenüber dem Vorjahresmonat ergab sich bei diesen Produkten ein Zuwachs von 670.178 Rabatten (66,9%).


c) Rabatte auf patentfreie Erstanbieterprodukte

Im Dezember 2008 waren auf PZN-Basis 20.037 Rabatte auf patentfreie Erstanbieterprodukte vereinbart. Dies entspricht einem verschwindend geringen Anteil von 1% am Rabatt-gesamtvolumen. Gegenüber dem Vorjahresmonat hat sich die Anzahl dieser Rabatte allerdings verfünffacht und ihr Anteil am Rabattgesamtvolumen nahezu verachtfacht. Auch bei den patentfreien Erstanbieterprodukten betraf der Großteil der Rabatte (13.992) den Festbetragsmarkt; der Anteil der rabattierten festbetragsgebundenen patentfreien Erstanbieterprodukte lag mit 69,8% jedoch deutlich unter dem der festbetragsgebundenen rabat-tierten Generika.


d) Rabatte auf patentgeschützte Arzneimittel

Auf PZN-Basis gab es im Dezember 2008 12.741 Rabatte auf patentgeschützte Arzneimittel. Ihre Anzahl ist dem Vorjahresmonat gegenüber um 1.714 (15,5%) gestiegen. Ihr Anteil am Rabattgesamtvolumen beträgt 0,6%.


e) Rabatte auf „sonstige Arzneimittel“

Auf „sonstige Arzneimittel“ wurden im Dezember 2008 27.361 Rabatte gewährt, der Anteil dieser Preisnachlässe am Gesamtrabattvolumen ist mit 1,3% ebenfalls vernachlässigbar niedrig.


f) Ab- und Umsatz rabattierter Arzneimittel

Im Dezember 2008 gaben die Apotheken 28,870 Mio. rabattierte Arzneimittel ab. Dies entspricht einem Absatzanteil von 47,6% im GKV-Gesamtmarkt. Gegenüber dem Vorjahresmonat hat sich der Absatz rabattierter Arzneimittel um 14,204 Mio. PE (96,8%) erhöht. Der Umsatz von „Rabattarzneimitteln“ belief sich im Dezember 2008 auf 489,673 Mio. Euro zu AVP bzw. 217,050 Mio. Euro zu HAP. Dies entspricht Zuwachsraten von 80,9% bzw. 82,9%.

Die Marktrelevanz von Rabattverträgen steigt demnach weiterhin rasant an.


g) Rabattverträge im Generikamarkt

Die Daten des Monats Dezember 2008 belegen erneut, dass die Rabattverträge ihren Siegeszug zumal im Generikamarkt fortsetzen. Dies nimmt angesichts der gesetzlichen Rahmenbedingungen auch nicht wunder:
Rabattverträge mit Krankenkassen zu vereinbaren, stellt für Generikahersteller ein betriebswirtschaftliches Muss dar. Von einer souveränen und autonomen Entscheidung der pharmazeutischen Unternehmer pro oder contra Rabattvereinbarung kann seit dem GKV-WSG keine Rede mehr sein, das die Aut-idem-Regelung mit Rabattverträgen verknüpft hat. Generikaherstellern, die ihre Marktpositionen im GKV-Arzneimittelmarkt, ihrem Schlüssel-markt, halten oder ausbauen wollen, bleibt gar keine andere Wahl, als mit möglichst vielen marktstarken Krankenkassen Verträge nach § 130a Abs. 8 SGB V zu schließen.

Die betriebswirtschaftliche Ratio eines Rabatts bleibt dabei auf der Strecke. Sie besteht darin, dass der Hersteller/Lieferant den Preis eines Produktes in der Erwartung reduziert, die damit verbundenen Erlöseinbußen durch Mengensteigerungen zu kompensieren. Dieses Tauschgeschäft „Preis gegen Menge“ ist im GKV-Markt indes weitgehend außer Kraft gesetzt.

Denn die Verkettung von Aut-idem-Abgabe und Rabattverträgen bringt nicht etwa nur bes-sere Absatzchancen für die betreffenden generikafähigen Medikamente. Die so genannte Scharfstellung der Rabattverträge geht vielmehr weit darüber hinaus: Ein Rabattvertrag ist conditio sine qua non für den Zugang zum jeweiligen generikafähigen Krankenkassenmarkt. Nur ein Rabattvertrag gewährleistet, dass Versicherte der jeweiligen Krankenkasse mit den Produkten des Herstellers versorgt werden. Mithin räumt ein Rabattvertrag den Vertragspartnern der Krankenkasse unter dem Strich ein temporäres Belieferungs- und Verkaufsprivileg ein. Pharmazeutische Unternehmer, die bei der Vergabe von Rabattverträgen nicht zum Zuge gekommen sind, unterliegen hingegen einem auf die Laufzeit der Vereinbarung befristeten faktischen „Verkaufs-/Belieferungsverbot“.

Das Belieferungs- und Verkaufsprivileg der Rabattvertragspartner wird dadurch realisiert, dass die Apotheken § 129 Abs. 1 Satz 3 SGB V zufolge verpflichtet sind, stets rabattbegüns-tigte Arzneimittel abzugeben, wenn die im Gesetz (§ 129 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Satz 2 SGB V) und in § 4 des Rahmenvertrages nach § 129 Abs. 2 SGB V definierten Voraussetzungen einer Substitution vorliegen (und auf der regionalen Ebene keine Zielpreisvereinbarung gemäß § 129 Abs. 5 Satz 1 und 4 SGB V geschlossen worden ist). Arzneimittel, die nicht Gegenstand eines Rabattvertrages sind, dürfen von den Apotheken nicht an die Versicherten dieser Krankenkasse abgegeben werden; Verstöße gegen diese Obliegenheit kann der Versiche-rungsträger mit der „Retaxierung auf Null“ ahnden. Die Apotheke erhält von der Krankenkasse überhaupt kein Geld, wenn sie statt eines Rabattarzneimittels ein nicht rabattiertes Präparat abgegeben hat, obwohl alle Voraussetzungen für eine Substitution vorlagen.

Die Vereinbarung kassenindividueller Preisnachlässe ist also der Preis dafür, dass ein Generikahersteller überhaupt als „Arzneimittellieferant“ dieser Versicherungsträger fungieren kann. Der aktuelle Rahmenvertrag nach § 129 Abs. 2 SGB V hat das letzte Schlupfloch geschlossen, das Generikaherstellern wegen einer mehrdeutigen Formulierung im zuvor geltenden Rahmenvertrag auch ohne Rabattvertrag die Belieferung von Krankenkassen ermöglichte, die mit anderen Herstellern entsprechende Vereinbarungen abgeschlossen hat-ten. Seit dem 01.03. bzw. dem 01.04. 2008 ist der Markt einer Krankenkasse, die mit anderen pharmazeutischen Unternehmern Rabattverträge nach § 130a Abs. 8 SGB V vereinbart hat, jedoch mit zwei Ausnahmen für Hersteller versperrt, die nicht mit ihr kontrahiert haben. Ausnahme Nr. 1: Der Arzt hat ein Nicht-Rabattarzneimittel verordnet und die Substitution ausgeschlossen. In 75% bis 80% der Fälle, in denen Vertragsärzte einen patent-freien Wirkstoff verordnen, lassen sie den Austausch aber zu. Ausnahme 2: Die Bezeichnung des verordneten Arzneimittels in der Großen deutschen Spezialitätentaxe ist nicht mit der eines potenziellen Austauscharzneimittels identisch.

Unter dem Strich hat das GKV-WSG eine „Revolution“ im generikafähigen Markt ausgelöst. Die Krankenkassen sind vom bloßen Payer zum Player avanciert. Der Gesetzgeber hat ein lupenreines Einkaufsmodell realisiert, bei dem die Krankenkassen mit ihrer Rabattvertragspolitik über die Marktchancen der Generikaindustrie im verschreibungspflichtigen Marktsegment entscheiden. Jeder Generikahersteller kann sich zwar frei entscheiden, ob er das Krankenkassenspiel mitspielen will oder nicht. Aber: Wer bei einer Ausschreibung kein Angebot abgibt, hat den jeweiligen Krankenkassenmarkt von vornherein kampflos preisgegeben.

Generikahersteller sind (gezwungenermaßen) die Hauptakteure im selektiven Vertragswettbewerb in der Arzneimittelversorgung. Generika entlasten die GKV also nicht nur nach den Listenpreisen (vgl. nochmals Tz 4), sondern sie bewirken über die Rabattverträge weitere gravierende kassenindividuelle Einsparungen.

download Anzahl AM-Rabatte_Jan-Dez 08 (pdf) (72.7 KB)

10. Strukturkomponente - Datenbasis: IMS HEALTH

a) Methodik

Die IMS HEALTH-Strukturkomponentenstudie wird auf der Grundlage des Brutto-AVP berechnet, Hersteller- und Apothekenabschläge werden mithin ebenso nicht herausgerechnet wie die Arzneimittelzuzahlungen der Patienten. Ausgeklammert sind zudem die Entlastun-gen, die für die Krankenkassen aus Rabattverträgen nach § 130a Abs. 8 SGB V resultieren. Für die Studie hat IMS HEALTH den GKV-Markt in vier Segmente gegliedert (Segment 1: pa-tentgeschützte Arzneimittel ohne Festbetrag; Segment 2: patentfreie Arzneimittel ohne Generikakonkurrenz und ohne Festbetrag; Segment 3: patentfreie Arzneimittel mit Generikakonkurrenz, aber ohne Festbetrag; Segment 4: Festbetragsarzneimittel).

Die Analyse untersucht sowohl den Intramedikamenteneffekt (Umsatzveränderungen, die auf Verordnungsveränderungen beruhen, die die Packungsgröße, die Dosis/Wirkstärke oder die Darreichungsform identischer Präparate betreffen) als auch den Intermedikamenteneffekt (Umsatzveränderungen, die auf die Verordnung anderer Arzneimittel zurückzuführen sind; IMS Health untersucht dabei Verschiebungen innerhalb der vier Marktsegmente, zwischen den vier Marktsegmenten sowie zwischen Indikationsgruppen).


b) im Jahr 2008 (Preisbasis: Brutto-AVP)

GKV-Gesamtmarkt:

Auf der Basis des Brutto-AVP sind die Arzneimittelausgaben der Krankenkassen 2008 gegenüber dem Vorjahr per Saldo um 1,521 Mrd. Euro (5,4%) auf 29,634 Mrd. Euro gestiegen. Dieser Saldo schlüsselt sich wie folgt auf:

• Die Strukturkomponente, deren Steigerungsrate 4,4% beträgt, hat Mehrausgaben von 1,228 Mrd. Euro bewirkt. Der Ausgabenanstieg geht mithin weit überwiegend auf ihr Konto.
• Ausgabentreiber Nr. 2 war der Mengenzuwachs in Höhe von 2,6%, der Mehrausgaben von 733 Mio. Euro verursacht hat.
• Ausgaben dämpfend hat sich im Untersuchungszeitraum lediglich die um 1,6% gesunkene Preiskomponente ausgewirkt, die der GKV eine Entlastung von 440 Mio. Euro beschert hat.
• Die nachstehenden Detailanalysen der vier Marktsegmente belegen, dass der größte Druck auf die Arzneimittelausgaben der GKV (auch) im Gesamtjahr 2008 von den patentgeschützten Arzneimitteln und den patentfreien Arzneimitteln ohne Generika-konkurrenz und ohne Festbetrag ausgegangen ist.

download Marktentwicklung GKV gesamt_Jan-Dez 08 (pdf) (81.3 KB)

download Umsatzentwicklung in Marktsegmenten_Jan-Dez 08 (pdf) (66.2 KB)

Segment 1: Patentgeschützte Arzneimittel ohne Festbetrag:

Die Ausgaben in diesem Marktsegment sind um 1,105 Mrd. Euro (18,9%) auf 6,950 Mrd. Euro nach oben geschnellt. Dieser Zuwachs basiert sowohl auf der Struktur- als auch auf der Preis- als auch auf der Mengenkomponente. Die Strukturkomponente ist um 7,1% gestiegen, was zu Mehrausgaben von 416 Mio. Euro geführt hat. Der Verordnungsmengenzuwachs um 2,7 Mio. PE (9,9%) hat ein Ausgabenplus von 577 Mio. Euro bewirkt. Er war damit der Hauptausgaben-treiber in diesem Teilmarkt. Die um 1,9% gewachsene Preiskomponente hat die Arzneimittel-ausgaben der Krankenkassen um 112 Mio. Euro erhöht.
In diesem Marktsegment machen sich nach wie vor vor allem die kontinuierlich steigenden Ausgaben für die besonders teuren Spezialpräparate bemerkbar. 2007 hat die GKV für diese Arzneimittel 6 Mrd. Euro aufgewandt (Quelle: Arzneiverordnungsreport 2008 S. 119). Auf diese Produkte entfiel damit ein Anteil von 24% der GKV-Arzneimittelausgaben.

download Marktentwicklung Segment 1_Jan-Dez 08 (pdf) (82.0 KB)

Segment 2: Patentfreie Arzneimittel ohne Festbetrag und ohne Generikakonkurrenz:

Der Umsatz in diesem Teilmarkt ist um 521 Mio. Euro (11,2%) auf 5,167 Mrd. Euro gestiegen. Die Strukturkomponente weist in diesem Marktsegment eine Wachstumsrate von 8,5% auf, was einer Ausgabenzunahme von 393 Mio. Euro entspricht. Der Absatz ist um 0,9% (0,5 Mio. PE) rückläufig, woraus Minderausgaben von 44 Mio. Euro resultieren. Der Anstieg der Preiskomponente um 3,7% spiegelt einen Ausgabenzuwachs von 172 Mio. Euro wider.

download Marktentwicklung Segment 2_Jan-Dez 08 (pdf) (82.8 KB)

Segment 3: Patentfreie Arzneimittel mit Generikakonkurrenz, aber ohne Festbetrag:

Der Umsatz in diesem Marktsegment betrug 4,889 Mrd. Euro, wobei die Ausgaben per Saldo um 198 Mio. Euro (4,2%) wuchsen. Hauptursache des Ausgabenanstiegs war ein Absatz-wachstum von 2,7 Mio. PE (3%), das mit Mehrausgaben von 141 Mio. Euro zu Buche schlug. Die vom Faktor „Preis“ ausgehende Mehrbelastung der GKV belief sich auf marginale 5 Mio. Euro (0,1%), die um 1,1% gestiegene Strukturkomponente bewirkte hingegen Ausgabenerhöhungen von 52 Mio. Euro.

Die Daten dieses Teilmarktes indizieren die Marktdynamik: Denn dieser zum generikafähigen Markt gehörende Teilmarkt stellt eine Übergangsphase dar, die um- und absatzstarke Arzneimittel nach Patentablauf und vor Festsetzung eines Festbetrages durchlaufen. Einige Erstanbieter erhöhen ihre Preise nach Patentablauf, die meisten behalten ihre Preise aber entweder bei oder senken sie nur leicht, während der Preiswettbewerb im Generikamarkt noch seiner höchsten Intensität entgegen strebt. Der Absatzzuwachs deutet darauf hin, dass die Ärzte patentfrei gewordene Arzneimittel nach dem Markteintritt preisgünstiger Generika häufiger verordnen und demnach zuvor bestehende Versorgungsdefizite kompensieren.

download Marktentwicklung Segment 3_Jan-Dez 08 (pdf) (81.7 KB)

Segment 4: Festbetragsmarkt:

Als Ausgabenbremse fungierte hingegen einmal mehr der Festbetragsmarkt. Hier ist der Umsatz 2008 nämlich unter dem Strich um 303 Mio. Euro (2,4%) auf 12,525 Mrd. Euro gesunken. Die wesentliche Ursache dafür ist das um 5,7% rückläufige Preisniveau, das Minderausgaben von 730 Mio. Euro nach sich gezogen hat. Diese gravierende Entlastung hat den Ausgabenanstieg von 323 Mio. Euro überkompensiert, die der Mengenzuwachs von 12 Mio. PE (2,5%) verursacht hat. Strukturverschiebungen haben gegenüber dem Vorjahr zu Mehrausgaben von 104 Mio. Euro (0,8%) geführt.

Da der Festbetragsmarkt die angestammte Domäne der Generika ist, sind die dargestellten Entlastungen fast ausschließlich ihnen zu verdanken.

download Marktentwicklung Segment 4_Jan-Dez 08 (pdf) (80.5 KB)

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letzte Änderungen: 17.1.2012 17:09